Nach Orang-Utan-Drama: Doppeltes Glück im Affen-Gehege

Nach Orang-Utan-Drama

Doppeltes Glück im Affen-Gehege

120.03.09|MünchenFacebook
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München - Vorsichtig schnuppert der kleine Affe an einer Bananenschale. Sein knallroter Popo blitzt unter den dünnen Härchen hervor.

Das Mandrill-Äffchen in Hellabrunn.

© Marcus Schlaf

Das Mandrill-Äffchen in Hellabrunn.

Er ist fast nackt, nur auf dem Kopf stehen die Haare dunkel zu Berge. Ein paar Meter weiter klammert sich ein zweites Junges an seine Mama Inge. Die Kinder kleben an den Fensterscheiben und quietschen vor Freude: „Süüüüüß!“ Ein Jahr nach dem Tier-Drama, bei dem ein junger Orang Utan qualvoll in einem Gitter erstickte, hat das Orang-Utan-Paradies im Tierpark Hellabrunn zwei neue, niedliche Äffchen. Und das gleich im Doppelpack: Ein Mandrill-Baby kam vor einem Monat auf die Welt, das andere vor drei Wochen.

„Dass gleich unsere beiden Familien Nachwuchs bekommen haben, ist ein schöner Zufall“, sagt Doris Schwarzer vom Tierpark. Leider können die zwei nicht miteinander spielen. Weil sich die beiden Papas in die Haare kriegen würden, leben die Familien nebeneinander in getrennten Gehegen. Schwarzer: „Die Babys sind gesund und topfit.“ Der Ältere, Sohn von Zora (10 Jahre) und Pablo (16), geht schon auf Erkundungstouren und nimmt vor allem Bananen und Äpfel genau unter die Lupe. Bis er aber alt genug ist, diese auch zu fressen, bekommt er Milch von der Mama.

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Namen haben beide Babys noch nicht – der Zoo sucht Paten (ab 400 Euro im Jahr, Infos ab Mittwoch unter Tel. 089/625 08 34). Hoffentlich währt das Glück dieser beiden Mandrills länger als das des einjährigen Orang-Utan-Babys Anni: Es strangulierte sich im Gehege an einem horizontalen Trenngitter – weil der Schlitz wegen eines Baufehlers zu groß war. Hellabrunn-Sprecherin Schwarzer beruhigt die Tierparkbesucher: „In diesem Gehege gibt es solch ein Gitter nicht, außerdem sind die Mandrills Wald-, also Bodenbewohner.“ FDP-Stadträtin Nadja Hirsch überzeugt das noch nicht ganz. „Ich bin skeptisch. Es wurde oft genug zu wenig getan, um solche Unglücksfälle zu verhindern.“ Tatsächlich: Vor Anni sind schon zwei weitere Affen hier zu Tode gekommen. 1996 starb Gorilla Toni beim Spielen, im Oktober 2007 ertrank Schimpanse Franzl im Wassergraben. Hirsch: „Das Gitterproblem wurde zwar gelöst, aber der Graben ist immer noch zu steil. Ich hoffe, dass der Tierpark bei diesen Babys jetzt besonders vorsichtig ist und alle Verantwortlichen mit offenen Augen durchs Gehege gehen."

nba

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