Milchbar-Wirt: „Razzia war wie ein Überfall!“

Milchbar-Wirt: „Razzia war wie ein Überfall!“

030.03.09|München|25 KommentareFacebook
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Der „Überfall“ im Szene-Club Milchbar begann am Sonntag gegen vier Uhr morgens.

Milchbar

© Bodmer

Die Milchbar wurde Sonntag routinemäßig von der Polizei kontrolliert

„Überfall“ – so nennt zumindest Club-Chef Florian Faltenbacher den Einsatz von 143 Beamten, die seine Diskothek überprüften. „Die sind von allen Seiten gekommen, haben die Türsteher weggeschickt, das DJ-Pult besetzt und das Licht angemacht“, berichtet Faltenbacher. „Dann wurden die Gäste einzeln zur Kontrolle raus in den Regen geführt.“

Drei Stunden hat die Razzia gedauert, bei der nach Polizeiangaben 361 Gäste überprüft wurden. Schlecht für Faltenbacher, weil sein Club nur für 199 Personen konzessioniert ist. „Auf dem Boden wurden Tabletten verschiedenster Art gefunden“, heißt es im Polizeibericht, „die keinen bestimmten Personen mehr zugordnet werden konnten. Zudem wurde eine 16-jährige Besucherin mit gefälschtem Ausweis erwischt, zwei Personen leisteten Widerstand.“ „Wie die Beamten vorgegangen sind, ist total unverhältnismäßig, das werden wir rechtlich überprüfen lassen“, meint Faltenbacher zu der Aktion, die ihm „mindestens 5000 Euro Schaden durch Verlust von Eintrittsgeldern und Getränkeumsatz beschert hat, ganz abgesehen vom Imageschaden“. Um den aufzufangen, hat er eine Email-Adresse unter razzia@milchbar.de eingerichtet: „Wir wollen unsere Gäste vom Samstag mit freiem Eintritt und vielleicht einem Longdrink entschädigen.“

Beteiligt an der Razzia war wegen möglicher Verstöße gegen das Schwarzarbeitergesetz auch das Zollamt. „Es wurden zwei Verwarnungen ausgesprochen“, so das Polizeipräsidium. „Die Toilettenfrau hatte ihren Ausweis vergessen, und die Garderobiere wurde mittlerweile vom Zoll benachrichtigt, dass sie weiter arbeiten kann“, sagt dazu der Milchbar-Wirt.

Zuvor hatte die Polizei auch Birgit Biederers MaxSuite einen Besuch abgestattet. Die Bilanz: Unter den 103 Gästen befanden sich 15 minderjährige Jugendliche, zwei mit gefälschten Ausweisen. Eine Person hatte eine 9mm-Patrone bei sich. Und auch hier fanden sich zahlreiche herrenlose Pillen.

Erst vor fünf Wochen hatte Biederer eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz bekommen, weil 14 Minderjährige in ihrem Club gefeiert hatten. Die Wirtin erklärte, dass die Jugendlichen in Begleitung von Erziehungsberechtigten oder im Besitz einer schriftlichen Erlaubnis waren.

Thomas Oßwald

Video zur MaxSuite-Razzia:

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