725.06.09|München|9 Kommentare
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München - Es ist ein schwerer Schock für die Angehörigen und eine große Belastung für die Menschen, die dort leben.

© Polizei
Hinter rot-weißen Absperrbändern sichern Polizeiexperten Spuren am Fundort der Leiche von Luise Zimmermann im Unterholz bei Aying
Die nur 1,59 Meter große und sehr zierliche Luise Zimmermann war ein echtes Energiebündel. Von den Widrigkeiten des Lebens ließ sie sich noch lange nicht unterkriegen. Seit der Trennung von ihrem Mann lebte sie allein in einem Apartment im zehnten Stock eines Hochhauses in der Paul-Löbe-Straße. Sie engagierte sich aktiv in ihrer Kirchengemeinde, hielt Kontakt zu ihrer Tochter, pflegte Freundschaften und hielt sich körperlich fit mit Jogging-Runden im Ostpark und Wanderungen. So war sie auch mit von der Partie bei der Volkswanderung der Wanderfalken Dürrnhaar am Europawahlsonntag (7. Juni). Bereits am Vortag hatte sie eine der drei möglichen Routen über Graß nach Egmating auf eigene Faust erkundet. Ob sie da bereits eine neue Bekanntschaft machte, ist völlig unklar. Am Sonntag fand sie sich nach dem Kirchgang pünktlich um 12 Uhr am Startplatz in Aying ein. Die für diesen Mordfall eingerichtete „SoKo Kaltenbrunn“ (Tel 08221/968380). bekam bereits rund 20 Hinweise – die meisten von Wanderern, die Luise Zimmermann zu Beginn der Volkswanderung gesehen haben. Mit rund 800 Gleichgesinnten marschierte Luise Zimmermann bei strahlendschönem Wetter los. Dann verliert sich ihre Spur. Ihre Tochter erstattete schließlich Vermisstenanzeige.
Rund zwei Kilometer von Aying entfernt, im sogenannten Kaltenbrunner Schlag abseits der Wanderroute fand ein Spaziergänger am Sonntag in der Nähe eines Forstwegs eine tote Frau – Luise Zimmermann . Nach tz-Informationen wurden an der Leiche Spuren von Gewalt am Hals gefunden. Über die genaue Todesursache bewahrt die Soko vorerst Stillschweigen. Luise Zimmermann wurde komplett ausgezogen. Ihre Kleidung ist verschwunden – Hinweis auf einen Sexualmord? Die Umstände lassen noch einen zweiten Rückschluss zu: Fürchtete der Mörder, seine DNA-Spuren an der Kleidung des Opfers hinterlassen zu haben und damit identifiziert zu werden? In diesem Fall hat es die Kripo möglicherweise mit einem Serientäter zu tun. Auch von Luise Zimmermanns schwarzem Picard-Rucksack fehlt jede Spur. Lediglich ihre Brille wurde ein Stück abseits der Fundstelle gefunden. Der Tatort?
Noch immer suchen Spezialisten der Spurensicherung akribisch den Waldboden nach verräterischen Spuren ab. Nach Spuren, die vielleicht doch noch verraten, was der Mörder Luise Zimmermann am 7. Juni im Wald bei Kaltenbrunn angetan hat.
Dorita Plange
Für die Klärung des Mordes an Luise Zimmermann hat die Kripo Erding die SoKo Kaltenbrunn gegründet – benannt nach dem Waldstück, in dem die Münchner Rentnerin am Sonntag gefunden wurde. Zu Rate gezogen wird auch ein Kollege, der lange Zeit das „Monster vom Brauneck“ jagte. Dieser bis heute nicht gefasste Täter suchte sich im November 2006 ebenfalls eine ältere Wanderin (67) als Opfer aus, die er in abgelegenes Gebiet lockte, fesselte, vergewaltigte und hilflos im Hochgebirge zurückließ. Ein Jäger rettete der Frau damals das Leben.
Die beiden Fälle weisen einige Parallelen auf: Beide Frauen waren schon älter und von zierlicher Statur. In beiden Fällen suchte der Täter sein Opfer in aller Öffentlichkeit, beide Fälle geschahen entlang beliebter Wanderrouten. Aber: Das Monster vom Brauneck ließ sein Opfer leben und besaß die Frechheit, die Giesinger Wohnung der 67-jährigen zu durchsuchen. Die Wohnung von Luise Zimmermann aber blieb offenbar unberührt.

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