München - Im tz-Interview äußert sich Till Hofmann, Chef der Lach- und Schießgesellschaft, zum Riesenwirbel am Nockherberg.
Die Bußpredigt von Bruder Barnabas hat für Riesenwirbel und schließlich zum Rücktritt von Michael Lerchenberg geführt. Der umstrittene KZ-Vergleich zu den Hartz-IV-Äußerungen von Guido Westerwelle hat eine Welle der Entrüstung ausgelöst.
Wir sprachen mit Till Hofmann, Jahrgang 1971. Der gebürtige Passauer ist Chef der renommierten Münchner Bühnen Lach- und Schießgesellschaft und Lustspielhaus.
Hat Michael Lerchenberg hier eine kabarettistische Grenze überschritten?
War die Rede zu scharf?
Hofmann: Nein.
Wäre Lerchenberg als Bruder Barnabas angesichts des öffentlichen Drucks von höchster Politik, Polizei und Zentralrat der Juden noch haltbar gewesen?
Hofmann: Nein. Aber das muss die Brauerei entscheiden. Das ist ja eine Auftragsarbeit und offenbar kein freies Kabarett. Wenn die unzufrieden sind, ist es ihr gutes Recht, den Fastenprediger zu wechseln.
Wie hat sich die Kabarett-Szene entwickelt? Ist heute weniger erlaubt als früher?
Hofmann: Auf der Bühne kann man alles formulieren – und wenn die Kabarettisten reaktionäre Figuren spielen, sind auch reaktionäre Aussagen legitim. Sonst wär’s ja ein Krampf.
Interview: S. Dorner
Rubriklistenbild: © Bodmer


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