1118.03.09|München|3 Kommentare
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Seit 1960 sammelt Josef Jägerhuber (82) Wetterdaten und wertet sie aus. Dabei liegt er mit seinen Prognosen immerhin zu 75 Prozent richtig. Für Frühjahr/Sommer 2009 hat der Wetterprophet sehr gemischte Aussichten.

© Reinhard Kurzendörfer
Wetterprophet Josef Jägerhuber (82) sammelt bereits seit 1960 an seiner kleinen privaten Mess-Station in Starnberg Daten
Der Frühling kommt nicht recht in Fahrt. Gerade war’s ein paar Tage milder und sonniger, jetzt kommt der nächste Kälteeinbruch (siehe unten). Bleibt das Wetterjahr 2009 etwa so trostlos? Die tz hat den Starnberger Wetterpropheten Josef Jägerhuber (82) befragt, der mit seiner privaten Wetterstation seit 1960 Daten sammelt und, so sagt er, eine bescheinigte Trefferquote von 75 Prozent hat.
„Keine Panik“, beruhigt der 82-Jährige die Münchner. „Heuer wird es zwar nicht so warm wie die beiden vergangenen Jahre, sondern eher durchschnittlich. Aber es wird recht trocken. Und im Juli wird es einige sehr heiße Tage geben.“
Im Einzelnen: Das Frühjahr verspricht wirklich sehr durchwachsen zu bleiben. „Die Nächte bleiben recht kühl, die Tage werden erst langsam wärmer. Und es gibt – aber das ist normal – auch im April noch vereinzelt Schneefälle.“ Einen solch heftigen Wintereinbruch wie vor drei Jahren mit meterhohem Schnee im April müssen wir aber nicht fürchten. Jägerhuber verweist auf folgende Bauernregel: „Wenn die Sonne den Schnee wegschleckt, kommt er wieder. Wenn ihn der Regen wegspült, bleibt er fort.“ Da haben die vergangenen verregneten Wochen doch ihr Gutes… Großer Hoffnungsschimmer: die zweite Maihälfte. Da soll uns laut Jägerhuber die Sonne endgültig einheizen.
Der Sommer werde sehr turbulent: In der zweiten Junihälfte soll es immer häufiger Gewitter geben, im Juli bei Bullenhitze fallen diese dann richtig heftig aus mit Blitz, Donner und viel Niederschlag. Der August werde etwas ruhiger und trockener. Und was ist heuer mit der Wiesn? „Leider könnte sich genau ab der dritten September-Dekade kühles Herbstwetter einstellen“, sagt der Wetterprophet. Auch der Oktober werde wohl nicht so golden, und am Monatsende könne es schon Schnee und Frost geben. Zum Winterauftakt im Dezember jedoch soll es wieder mehr regnen als schneien.
Josef Jägerhubers Fazit: „Wenn ich grad die Tulpen blühen sehe und die Vögel zwitschern höre, dann bestärkt mich das: Das geht alles seinen Gang.“
Und wie schaut es in den nächsten Tagen aus? Ausgerechnet zum kalendarischen Frühlingsanfang soll es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) einen ordentlichen Kälteeinbruch geben, der sogar vereinzelt Schnee bringt und einige Tage anhält. Der Chef des Münchner DWD, Volker Wünsche, empfiehlt, sich ganz dick einzupacken: „Die gefühlte Temperatur liegt tagsüber bei bis zu minus vier Grad!“
Am Donnerstag zieht Hoch Laura mit seinem Schwerpunkt gen Norwegen – und schickt uns kalte Luft nach Bayern. Es ist nasskalt, bei fünf bis sechs Grad Höchsttemperatur. In den Bergen fällt Schnee und gegen Nachmittag soll es auch im Münchner Umland Schneeschauer geben. Nachts gibt es Frost. Am Freitag fallen nur noch vereinzelt Schneeflocken – auch die Sonne schaut mal raus. Wünsche: „Aber es weht ein sehr unangenehmer Nordostwind, so dass sich die Temperatur auch tagsüber wie unter dem Gefrierpunkt anfühlen wird.“
Der Samstag und der Sonntag erinnern eher an ein frisches Winter-Wochenende. Nachts wird es laut DWD klar und sehr frostig bei bis zu minus fünf Grad, tagsüber wird es sonnig, aber nicht über fünf Grad plus. „In den Bergen gibt es zeitweise Sturmböen“, so der Meteorologe. „Auf der Zugspitze hat es dann gefühlte minus 20 Grad.“ Und wie geht’s weiter? „Der Wochenanfang wird etwas wärmer bei sechs bis neun Grad, aber es regnet auch immer mal wieder.“
Nina Bautz

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