115.04.09|München|
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Das Festival Air&Style, das 2008 wegen der Wirtschaftskrise abgeblasen werden musste, findet in diesem Winter statt - allerdings in abgespeckter Version.

© Bodmer
Die Zuschauer dürfen sich wieder auf spektakuläre Darbietungen freuen.
Die Sonne weckt frühsommerliche Gefühle, in einem Garten in Großhadern „läuft der Grill auf Hochtouren“, doch der Mann, der die Würschtl wendet, denkt an Schnee und Sprungschanzen. Genauer gesagt: Er denkt an Snowboard-Action.
Im Kopf von Andrew Hourmont, dem Gründer und Erfinder des Air&Style, ist zwölf Monate im Jahr Winter, und wenn es nach ihm ginge, könnte schon jetzt der 28. November sein. An diesem Tag, einem Samstag, wird es zu einer Neuauflage des populären Sprungkontests im Olympiastadion kommen. Hourmont verriet gegenüber unserer Zeitung, dass sein „Baby“, das 2008 in Folge der Wirtschaftskrise abgeblasen werden musste, gerettet ist.
Der neue Air&Style wird zwar in abgespeckter Form stattfinden, mit halbiertem Etat von 1 Millionen Euro, aber immerhin: Es geht weiter. Hourmont sagt zufrieden: „Es ist ein Interesse da wie nie zuvor. Die Firmen gehen jetzt vorsichtiger mit dem Geld um, aber sie wissen: Wenn sie in den Air&Style investieren, wird sich das immer lohnen.“ Er ist stolz auf seine Marke. Bei der letzten Austragung 2007 gab es sogar Live-Bilder im ZDF. Umso härter traf die Macher der Rückzug von Titelsponsor Nokia – und das vorläufige Aus. „Es war schrecklich“, sagt Hourmont. „Wenn man eine perfekt laufende Veranstaltung absagen muss, tut das verdammt weh.“
Das neue alte Motto lautet: Weniger ist mehr. Ein weniger monströses Sprunggerüst, Verzicht auf PS-Getöse im Beiprogramm, weniger Zuschauer, moderatere Preise. Sitzplätze wurden ersatzlos gestrichen, weil die Vip-Zone auch gutes Geld verschlingt: „Securitys, Strom, Feuerwehr – da kommt einiges zusammen.“ Künftig wird sich alles auf dem Rasen des Olympiastadions abspielen, was gleichzeitig ein Signal ist: Die ganze Veranstaltung soll wieder bodenständiger werden. Zurück zu den Wurzeln.
Nur beim Sport, da soll am wenigsten gespart werden. Hourmont geht weiterhin von einem erlesenen Teilnehmerfeld aus („Alle bis auf Shaun White, denn Antrittsgelder zahlen wir nicht“) – und von einem zwar gelifteten, aber nicht minder attraktiven „Setup“. Die neue Schanze wird das Gefälle der Tribünen ausnutzen, der Anlauf bei unveränderter Starthöhe länger sein, die Katapultkraft der Absprungrampe gemäßigter. „Das Ganze wird weniger wuchtig und massiv wirken, auf den ersten Blick vielleicht weniger spektakulär“. Aber, betont Hourmont: Dem Sport könnte es zugute kommen. Die Zeiten, da Fahrer „eine Woche mit ausgerasteten Knien im Bett liegen mussten“, sind vorbei. Beim neuen Air&Style wird wieder mehr Wert auf stilvolles Fahren gelegt, was Szenegrößen wie David Benedek schon lange forderten. Die Abstriche beim Gütesiegel (5 statt 6 Sterne) werden die Stars in Kauf nehmen. Dafür kommen sie zu gerne nach München.
Auch Innsbruck wird weiterhin im Programm bleiben (Termin: 23. Januar 2010), und wer weiß: Vielleicht gibt es ja bald noch einen dritten Standort. Hourmont verrät, dass er zurzeit „häufig in Flugzeugen“ sitze“, meist in östlicher Richtung. Im Gespräch sind Moskau und die Emirate. Dort, wo das Geld üppiger fließt. Noch.
Von Uli Kellner

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