Tierpark investierte in die Pleite-Bank

Städtischem Zoo und der Gewofag drohen Verluste

Tierpark investierte in die Pleite-Bank

324.10.08|München|2 Kommentare
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München - Die weltumfassende Krise an den Finanzmärkten erfasst jetzt auch städtische Gesellschaften.

… die Affen im Zoo wird’s nicht jucken.

© dpa

… die Affen im Zoo wird’s nicht jucken.

Der Tierpark hat mindestens 160 000 Euro bei der Pleite gegangenen Lehman-Bank verloren. Und die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewofag muss den Wert ihres Finanzvermögens um 2,9 Millionen Euro nach unten berichtigen.

„Wir haben 2005 ein Depot geerbt und 2007 davon für 200 000 Euro Kapitalschutzzertifikate bei der Lehman Bank gekauft“, erklärt der kaufmännische Direktor des Tierparks Hellbrunn Walter Schmid der tz. Die Bank ist pleite, gegenwärtig bucht der Tierpark das Vermögen bei der Bank mit 40 000 Euro – macht somit einen Verlust von 160 000 Euro. Ob der Zoo das Geld irgendwann aus der Konkursmasse loseisen kann, steht in den Sternen.

Warum tätigt der Tierpark überhaupt Investment-Geschäfte? Schmid: „Wir bilden Rücklagen, die wir irgendwann für Baumaßnahmen brauchen. Man kann das Geld ja nicht einfach liegen lassen. Deshalb wird es angelegt.“ Schmid erklärt, dass der Tierpark eine „sicherheitsorientierte Anlagenpolitik“ betreibe. „Es soll aber schon mehr als die Inflationsrate bringen.“ Insgesamt habe Hellabrunn derzeit acht Millionen Euro auf der hohen Kante; 2007 habe man 400 000 Euro aus den Geldanlagen erwirtschaftet.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Auch die Gewofag muss derzeit ihr Geldvermögen niedriger ansetzen. Gewofag-Sprecherin Sabine Sommer: „Eine Kursabfrage der Gewofag bei ihren Banken vor drei Wochen hat ergeben, dass die Anlagen der Gewofag um 2,9 Millionen Euro an Kurswert verloren haben.“ Vorstandsprecherin Maria Knauer sieht das Positive: „Alle Geldinstitute, bei denen die Gewofag Anlagen hat, gibt es noch.“ Man sei sehr zuversichtlich, dass durch die staatliche Rettungsaktion die Kurse wieder steigen werden. „Ob wir zum Jahresende eine Wertberichtigung vornehmen müssen, wird auch davon abhängen, ob die staatlichen Bewertungsregeln geändert werden.“ Für die Mieter habe dies keine Konsequenzen. Die geplanten Investitionen in den Bestand und in Neubauten seien nicht gefährdet.

Der CSU-Fraktionsvize im Rathaus Hans Podiuk kommentiert die Verluste so: „Das sind erhebliche Summen, die hier in Rede stehen. Ob die Kurse wieder steigen, ist fraglich. Heute sackte der DAX ja mal wieder um zehn Prozent ab.“ Neue Bewertungsregeln würden den tatsächlichen Wert der Papiere nicht heben. An die Adresse von Oberbürgermeister Christian Ude sagt Podiuk: „Wer ständig die Probleme bei der Landesbank kritisiert, sollte sich an die eigene Nase fassen, wenn unter seiner Verantwortung die gleichen Fehler bei den städtischen Gesellschaften gemacht werden.“

Johannes Welte

Quelle: tz

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