Studie: Ausdauersport hilft bei Krebs

Bewegung senkt Rückfallrisiko/Kongress in München

Studie: Ausdauersport hilft bei Krebs

520.11.08|München|
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München - Aufgeben ist ihre Sache nicht: „Ich habe noch nie einen Marathon abgebrochen“, sagt Beate Roth.

Sport ist Medizin.

© dpa

Sport ist Medizin.

Nur einmal in ihrem Leben hat sie es mit einem Gegner aufnehmen müssen, der zunächst stärker schien, als die zweimalige Gewinnerin des Ulm-Marathons: Brustkrebs.

„Es war furchtbar, ich war völlig verzweifelt“, beschreibt die heute 40-Jährige die Diagnose. Zu oft hört man, dass nun absolute Schonung und Ruhe geboten sei. Aber der neueste Stand der Forschung besagt genau das Gegenteil: Sport wirkt nicht nur präventiv, körperliche Aktivität kann die Fünf-Jahres-Überlebensquote nach einer OP um bis zu 50 Prozent steigern! Nur ein Ergebnis, das Ärzte beim ersten europäischen Symposium „Sport und Krebs“ ab Donnerstag, 20. November, in München präsentieren werden. Ein Hoffnungsschimmer nicht nur für Beate Roth, die die Initiatoren des Klinikums rechts der Isar unterstützt.

Vor sieben Jahren zählte Beate Roth zu den 50 000 Frauen, die in Deutschland jährlich neu an Brustkrebs erkranken. Viele wollen nicht tatenlos Chemotherapie und OP über sich ergehen lassen, sondern selbst etwas für die Genesung tun, sagt Wolfgang Eiermann, Leiter des EUSOMA-Brustzentrums am Münchner Rotkreuzklinikum.

Ein Tatbestand, der selbst in Fachkreisen noch nicht hinreichend bekannt ist. Nur wenige Krebsspezialisten würden ihre Patienten auf die heilenden Eigenschaften aufmerksam machen. Das soll sich jetzt ändern: „Es muss nicht gleich ein Marathon sein“, erklärt Martin Halle, leitender Sportmediziner am Klinikum rechts der Isar. „Aber mindestens eine halbe Stunde Ausdauertraining sollten Krebspatienten täglich absolvieren, wenn sie ihre Heilungschancen verbessern wollen.“ Schwimmen, Joggen und zügiges Spazierengehen seien geeignete Sportarten. Die Hauptsache sei, dass man schwitze und schnaufe.

Eine Plackerei, die sich Studien zufolge lohnt. Das Rückfallrisiko von Brustkrebspatientinnen zum Beispiel verringere sich um 50 Prozent, wenn sie zwei Jahre lang an einem moderaten Sportprogramm teilgenommen haben. Bei Darmkrebs kann vier Stunden zügiges Spazierengehen pro Woche die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Diagnose zu sterben, um 40 Prozent verringern.

Für Beate Roth ist Sport vor allem ein Weg aus der Angst: „Wenn ich höre, dass in meinem Bekanntenkreis jemand einen Rückfall hat, packt mich die Angst. Dann muss ich sofort in die Laufschuhe und raus in den Wald – das entspannt.“

Mehr Informationen zu Krebs, der richtigen Diagnose, Symptomen und Behandlungsmethoden.

bst

Quelle: tz

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