Reggae-Star Sizzla soll im Backstage auftreten – Stadt und Grüne wollen Konzert verhindern

Streit um Auftritt eines Schwulen-Hassers

102.11.09|München|59 Kommentare
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München - Riesenwirbel um einen geplanten Auftritt des jamaikanischen Musikers Sizzla Kalonji (33) am 27. November im Backstage. Er ist berüchtigt wegen schwulenfeindlicher Sprüche.

Ein Sizzla-Album steht überdies auf dem Index.

© Screenshot: Myspace.com

Ein Sizzla-Album steht überdies auf dem Index.

Sizzla macht Dancehall – so etwas wie eine Mischung aus Reggae und HipHop, und ist berüchtigt wegen schwulenfeindlicher Sprüche. Auf Antrag der Rathaus-Grünen prüft das Kreisverwaltungsreferat ein Konzertverbot.

„Sizzla ist ein notorischer Hass-Sänger, der wiederholt zu Gewalt und Mord an Schwulen aufgerufen hat“, so der Sprecher der Stadtrats-Grünen Markus Viellvoye. In einem seiner Songs heißt es laut Viellvoye: „Verbrennt Männer, die Sex mit Männern haben.“ In einer Pressekonferenz sagte Sizzla: „Gründest du eine Familie, erweist du deiner Mutter Respekt. Gehst du zu anderen Männern, ziehst du ihr Ansehen in den Schmutz.“ – „Ein Mann muss sich entscheiden, ob er ein Stück Dreck sein will oder ein stolzer Mann.“

Ein Sizzla-Album steht überdies auf dem Index. Das Konzert im Backstage steht auf der Kippe: „Wenn Sizzla keine Erklärung abgibt, in der er sich von volksverhetzenden, Gewalt verherrlichenden und homophoben Inhalten distanziert, wird der Auftritt verboten,“ so KVR-Sprecherin Daniela Schlegel zur tz. Das KVR bat das Auswärtige Amt, kein Visum auszustellen, auch Polizei und Stadtjugendamt prüfen die Sache.

Backstage-Chef Hans Georg Stocker kann den Wirbel nicht verstehen: „Der Songtext wurde falsch übersetzt, in Wirklichkeit heißt es nicht ,verbrennt die Schwulen‘ sondern so viel wie: ,Schande über die Schwulen‘.“ Die Zitate aus der Pressekonferenz seien nicht verbürgt. Dennoch versichert Stocker: „Wenn es keine Erklärung Sizzlas gibt, in der er sich von solchen Aussagen distanziert, wird das Konzert abgesagt.“

Johannes Welte

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