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Schülerin (12) aus S-Bahn geworfen!

Schülerin (12) aus S-Bahn geworfen!

Gegen die Vorschrift: Weil sie falsch gestempelt hatte, haben Fahrkartenkontrolleure eine 12-jährige Münchnerin aus der S-Bahn geworfen.

Die S-Bahn fuhr ohne Martina weiter. Die 12-jährige Schülerin blieb am dunklen Bahnhof zurück.

© Markus Götzfried

Die S-Bahn fuhr ohne Martina weiter. Die 12-jährige Schülerin blieb am dunklen Bahnhof zurück.

„Sie haben meiner Tochter gesagt, entweder Du zahlst jetzt 40 Euro oder Du steigst aus“, berichtet der aufgebrachte Vater Gero R. der tz.

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Mit einer Freundin hatte Martina, die in Perlach wohnt, am Samstag, 25. Oktober, eine Freundin in Fürstenfeldbruck besucht. Gegen 18 Uhr machten sich die beiden mit der S8 auf den Weg zurück in die Stadt. Doch an der Haltestelle Eichenau war die Fahrt für Martina zu Ende. Die Schülerin hatte eine rote Kinderstreifenkarte gestempelt. Aber seit der letzten Tariferhöhung des MVV gilt der Fahrschein nicht mehr. „Sie sagten meiner Tochter, die Fahrkarte kann sie gleich wegschmeißen und sie muss 40 Euro fürs Schwarzfahren zahlen“, erzählt Vater Gero R. Soviel Geld hatte die Schülerin aber nicht dabei. Sie stieg gezwungenermaßen aus, ihre Freundin fuhr weiter. „Am Bahnhof war kein Mensch und es war schon dunkel. Meine Tochter stand ganz alleine da und wusste gar nicht, was sie machen soll“, so der Vater im tz-Gespräch.

Zum Glück hatte Martina ihr Handy dabei und rief ihren Papa an. „Ich habe ihr gesagt, sie soll in die nächste S-Bahn steigen, weil es viel zu lange gedauert hätte, bis ich bei ihr bin. Sie hat sich zuerst nicht getraut und war ganz verängstigt.“ Seine Tochter sei eher ängstlich und nicht gewohnt, alleine S-Bahn zu fahren. Noch dazu sei sie von den barschen Kontrolleuren in den Uniformen völlig eingeschüchtert worden. „Ich habe ihr gut zugeredet und sie hat die nächste S-Bahn genommen.“ Diesmal wurde Martina nicht kontrolliert.

Das Verhalten der Kontrolleure findet Gero R. „eine Unverschämtheit.“ Seine Tochter habe zwar eine falsches Ticket gehabt, räumt der Vater ein. „Aber man kann doch ein Kind nicht einfach rausschmeißen und sie im Dunkeln stehen lassen – außerdem hätte ab Pasing ihre Schülerkarte gegolten.“

Die Bahn prüft den Vorfall gerade. „Sollte sich alles so zugetragen haben, müssen die Kontrolleure mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen und wir werden uns in aller Form entschuldigen“, sagte ein Bahnsprecher der tz. Die Mitarbeiter seien ausdrücklich angewiesen, Minderjährige nicht aus dem Zug zu weisen. „Richtig wäre in so einem Fall, die Personalien des Kindes aufzunehmen und eine Zahlungsaufforderung an die Eltern zu schicken.“

Martinas Rauswurf aus der S-Bahn ist leider kein Einzelfall. Bundesweit sind in den vergangenen Wochen drei weitere minderjährige Mädchen aus Zügen der Deutschen Bahn gewiesen worden. „Jedes Fehlverhalten von Zugbegleitern wird arbeitsrechtliche Folgen haben“, sagte ein Bahnsprecher am Dienstag in Berlin. Drei Bahnmitarbeiter seien zunächst vom Dienst ausgeschlossen worden – weil sie gegen eine Dienstanweisung verstoßen hatten, nach der Kinder weiter befördert werden müssen.

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Schaffnerin eine 14 Jahre alte Schülerin aus einem Regionalzug in Berlin herausgeworfen. Die Schülerin hatte eine gültige Fahrkarte, war jedoch zu früh dran. Die Bahn hat sich bei den Eltern entschuldigt.

Wegen der Vorfälle in den vergangenen Wochen müssen jetzt rund 750 Zugbegleiter in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die Weisung zur Beförderung Minderjähriger per Unterschrift bestätigen.

Johannes Welte

Quelle: tz

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