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Drei-Stufen-Plan: Die schnellere Alternative zur Stammstrecke

Schnellere Alternative zur Stammstrecke: Der Plan!

München - Plan A – Das ­Konzept mag zunächst zwar eher langweilig klingen, doch dahinter steckt ein großes Versprechen für Münchens Pendler. Wir erklären den Drei-Stufen-Plan:

© Leiprecht

In den Stadtrandgebieten erreicht der Öffentliche Verkehr nur „mangelhaft“ – „Plan A“ will das bis 2015 ändern.

Verspätungen, überfüllte Züge, schlechte Anbindungen – S-Bahn-Reisende in München kennen das Leid. Plan A – Das ­Konzept mag zunächst zwar eher langweilig klingen, doch dahinter steckt ein großes Versprechen für Münchens Pendler: Das S-Bahn­netz soll attraktiver werden und pro Tag zuverlässig 1,5 Millionen Personen befördern – doppelt so viel wie heute!

Wer steht hinter dem Plan?

Ein Zusammenschluss aus dem Arbeitskreis ­Attraktiver Nahverkehr (AAN), Arbeitskreis Baumgartner / Kantke / Schwarz, Bund Naturschutz München (BN), Fahrgastverband Pro Bahn, Green City, Münchner Forum und dem Verkehrsclub Deutschland (VCD). „Seit sieben Jahren herrscht Stillstand bei der Münchner S-Bahn. Unser Konzept wird das ändern“, sagt Stefan Baumgartner vom Arbeitskreis Baumgartner / Kantke / Schwarz.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Das Konzept soll in drei Stufen realisiert werden:
Stufe 1 (bis 2015): Hier soll ein zuverlässigerer Betrieb auf allen Strecken erzielt werden – durch punktuelle Maßnahmen bei der Zugabfertigung, Signaltechnik und je einem zusätzlichen Gleis in Laim und am Ostbahnhof. „Allein mit diesem Sofortpaket erreichen wir die Ziele, die eine 2. Stammstrecke möglich machen würde“, sagt Berthold Maier, Sprecher des AAN.

Stufe 2 (bis 2022) will die Bewohner im Großraum München besser anbinden, dazu ist ein 10-Minuten-Takt auf allen Außenstrecken geplant. Zusätzlich soll der Ausbau des S-Bahn-Südrings einen hohen Anteil des Stadt-Umland Verkehrs auf die Schiene verlagern und mehr Direktverbindungen zur U-Bahn schaffen. Maier: „Das verkürzt die Reisezeit der Leute und reduziert die Lärm-und Feinstaubbelastung durch den Straßenverkehr.“ Außerdem: Der zweigleisige Ausbau an vielen Strecken würde Verspätungen und Engpässe der Züge vermeiden. Neben der Verlängerung der S 7 bis Geretsried ist zudem der Bau von eigenen Gleisen für S-Bahnen sowie Fern-, Regional und Güterzüge auf den Strecken S1, S4, S2 und S8 geplant.

Stufe 3 (bis 2033) will die Betriebsqualität weiter verbessern: Bahnsteigverlängerungen auf 210 Meter zwischen Solln und Wolfratshausen für den Einsatz von Langzügen, Aufwertung der Strecke von Altomünster nach Dachau, Verkürzung der Haltezeiten auf der S-Bahn-Stammstrecke. Außerdem sollen die Umsteigewege zwischen S-Bahn und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln verkürzt werden.

Was kostet die Realisierung des Ausbaus?

Mit einer Gesamtinvestition von 2,5 Milliarden Euro könnte das S-Bahnangebot bis 2033 substanziell verbessert werden. Vergleich: Die vom Bund geplante 2. Stammstrecke würde 2,2 Milliarden Euro kosten. AAN-Sprecher Berthold Maier: „Diese wäre ab 2019 nutzbar – ein unrealistisches Datum. Bei unserem Konzept erreichen wir bereits bis 2015 eine gewaltige Verbesserung des Netzes.“ Jetzt fehlt dem Plan nur noch die politische Unterstützung.

CL

„Flughafen in weniger als 20 Minuten erreichbar“

„In zehn Minuten zum Flughafen“ – so sah die Transrapid-Vision des ehemaligen Minister­präsidenten Edmund ­Stoiber aus. Der „Plan A“ verspricht S-Bahn-Passagieren nun schnellere und zahlreichere Fahrten zum Flughafen. Neben dem ehrgeizigen Konzept zur Verbesserung des S-Bahnnetzes sieht der Entwurf außerdem viele Änderungen beim Regional- und Güterverkehr vor.

Der Plan: eine Trennung der S-Bahn vom Fern- und Güterverkehr mittels eigener S-Bahngleise bis Neufahrn. „Durch diese Maßnahme sind auch Express­züge vom Hauptbahnhof bis zum Flughafen mit ­weniger als 20 Minuten Fahrtzeit möglich“, sagt Stefan Baumgartner vom Arbeitskreis Baumgartner/Kantke/Schwarz. Für die Zukunft ist laut dem Konzept eine direkte Regional- und Fernzug­anbindung des Flughafens nach Mühldorf, Salzburg und Wien nicht ausgeschlossen.

Falls „Plan A“ durchgeführt wird, soll an der Poccistraße unverzüglich ein Regionalzughalt gebaut und der Marienplatz als Umsteigeknoten entlastet werden. „So können wir direkte Umsteige­beziehungen zwischen den Zügen von Rosenheim und Mühldorf sowie der U3/U6 ermöglichen“, so Baumgartner. Außerdem sieht „Plan A“ einen 30-Minunten-Takt ganztägig auf allen Regionalzugstrecken in der Region München vor.

Erhebliche Lärmminderung soll zusätzlich in Sendling, Laim, Haidhausen, Pasing und Menzing durch Maßnahmen erzielt werden, die den Güterverkehr weg vom Südring zum Nordring verlagern.

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