226.04.10|München|5 Kommentare
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München - Vor dem Münchner Landgericht hat am Montag der Prozess gegen einen Mitbegründer der Bio-Lebensmittel-Kette Basic wegen Untreue begonnen.

Am Anfang war eine gute Idee: Engagierte Fachleute aus der Bio-Szene gründeten vor 13 Jahren die Aktiengesellschaft BASIC, um in eigenen Supermärkten Waren aus ökologischem Anbau an die anspruchsvollen Kunden zu bringen. Einer der Mitbegründer und ehemaliger Geschäftsführer muss sich seit Montag wegen Untreue vor Gericht verantworten. Hinter dem Rücken der anderen Gesellschafter hat er mit schmutzigen Geschäften den Unternehmen schweren Schaden zugefügt.
Zu den BASIC-Gründern gehören unter anderen Georg Schweisfurth, Sohn von Karl Ludwig Schweisfurth und Mitgründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Richard Müller, Chef von Chiemgauer Naturfleisch und Johann Priemeier, Inhaber der Antersdorfer Mühle in Simbach.
Vor Gericht muss sich jetzt der 52-jährige Johann Priemeier verantworten. Er hatte im Jahr 2006 zwecks Expansion einen „strategischen Investor“ gesucht. Dabei ignorierte er laut Anlage den Wunsch der anderen Gesellschafter, einen Geldgeber zu finden, der ethisch zur Bio-Branche passte. Hinter ihrem Rücken verkaufte er Anteile an die Firmengruppe Schwarz in Neckarsulm, die unter anderem die Lidl-Märkte betreibt.
Vor Gericht gibt der Angeklagte zu, dass er sich von Schweisfurth eine Vollmacht geben ließ, ohne diesen in seine wahren Pläne einzuweihen. Mit dieser Vollmacht verkaufte Priemeier Schweisfurth-Anteile für 480 000 Euro an eine Scheinfirma, die diese Anteile für über eine Million weiterverkaufte. Bei einem weiteren Verkauf von Anteilen soll der Angeklagte das Unternehmen um über 820 000 Euro geschädigt haben.
Unter anderem wegen dieser Geschichte geriet BASIC in schwere Turbulenzen. Inzwischen hat sich die Firmengruppe Schwarz zurückgezogen. Die Anteile hält inzwischen die Schweizer ASI Nature Holding. Mit den 26 Filialen geht es wieder aufwärts. Gegen Priemeier, der selbst noch Anteile hält, wird der Prozess fortgesetzt.
Von E. Unfried

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