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Thilo Sarrazin in München: Protest gegen Lesung im Literaturhaus

Sarrazin in München: Protest gegen Lesung

München - Dass Skandal-Autor und Bundesbanker Thilo Sarrazin mit seinem Buch auch in München auftreten soll, hat sich bislang kaum herumgesprochen – trotzdem formiert sich schon der Protest.

© dpa

Wirbel um eine geplante Lesung von Thilo Sarrazin. Im Münchner Literaturhaus will der Bundesbanker und SPD-Politiker (auf dem Foto in der ARD-Sendung "Beckmann") sein Buch "Deutschland schafft sich ab" vorstellen. Dagegen formiert sich Protest.. 

Grüne und Ausländerbeirat wollen dem Mann die Bühne nicht allein überlassen. Die SPD irritiert, dass die Lesung ausgerechnet im Literaturhaus stattfindet. Mit öffentlichen Aktionen gegen die „Hetzveranstaltung“ droht gar die linke Gruppierung Antifa. Wegen Sicherheitsbedenken musste schon eine Veranstaltung am Donnerstag in Hildesheim abgesagt werden!

Für den 29. September laden Sarrazins Verlag DVA und das Literaturhaus ein. Nach dem Buch ist auch die Veranstaltung benannt: Deutschland schafft sich ab.

Sarrazin: Der Provokateur redet Klartext

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Bei einem Eintritt von acht Euro soll der Bundesbank-Vorstand ab 20 Uhr aus seinem Buch lesen und sich den Fragen Gabor Steingarts stellen, der als Chefredakteur des Handelsblatts auch nicht gerade als Sozialpädagoge der Nation bekannt ist.
Die Grünen fordern eine Programmänderung: „Sarrazins Thesen vergiften die Atmosphäre. Man sollte ihm das Podium nicht allein überlassen“, sagt Stadtrat Florian Roth, der auch im Stiftungsrat des Literaturhauses sitzt und seine Kritik bereits Geschäftsführer Reinhard G. Wittmann wissen ließ.Dem Protest an der Lesung schließt sich auch der Ausländerbeirat an. „Sarrazins Erklärungen hemmen die Integration“, sagt Vize-Chef Asgar Can. Auch er plädiert für eine Podiumsdiskussion mit Experten aus der Stadt. Denn: „In München läuft vieles besser.“

© fknFlorian Roth (Grüne)

Pikantes Detail: Das Literaturhaus gehört einer Stiftung, die von Verlagen und der Stadt getragen wird – 375 000 Euro schießt der Steuerzahler jährlich zu. Den Ort der Lesung hält SPD-Stadtrat Klaus-Peter Rupp dann auch für „unglücklich“, will den Abend aber nicht absagen, um ihm nicht noch mehr Bedeutung zu verleihen. Die CSU hat ohnehin nichts gegen die Lesung. Das Literaturhaus will sich erst heute äußern.

David Costanzo

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