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Riesen-Schießanlage im Forstenrieder Park in München - Über 2000 Schuss jeden Tag/ Mitten im Bannwald

Groß wie ein Fußballstadion/ Über 2000 Schuss jeden Tag/ Mitten im Bannwald

Riesen-Schießanlage im Forstenrieder Park

München - Im Münchner Süden kracht’s gewaltig: An zwei Nachmittagen dürfen die Schützen vom Verein Hubertus in Forstenried in ihrer Anlage ballern.

waffen

© dpa

Die Schützen vom Verein Hubertus dürfen derzeit nur an zwei Nachmittagen in der Woche abdrücken.

Das reicht ihnen aber nicht mehr. Der Verein plant eine neue Schießanlage – so groß wie ein Fußballstadion! Darum knallt’s jetzt richtig: Nachbarn, ­Politik und Naturschützer gehen auf die Barrikaden.

Im Verein Hubertus für Jagd- und Sportschützen wird die Tradition hoch gehalten: Schon 1924 taten sich Jäger, Förster und Schützen zusammen. Heute zielen sie am Rand des Forstenrieder Parks auf ein Dutzend 25 Meter- und 100 Meter-Stände und in den Disziplinen Trap und Skeet – im Volksmund Tontaubenschießen. Weil es keinen Lärmschutz gibt, dürfen die Schützen nur an zwei Nachmittagen in der Woche abdrücken: dienstags und freitags oder samstags. So dulden das Stadt und Gericht, und auch die Nachbarn ertragen es. Doch die Schützen wollen mehr.

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Der Verein beabsichtigt, künftig jeden Tag von 8 bis 20 Uhr ballern zu lassen – mehr als 2000 Schuss könnten täglich fallen. So hat es der Verein beantragt. Die Schützen planen eine Modernisierung und müssen den Lärmschutz einhalten. Kürzlich machte der örtliche Bezirksausschuss das Vorhaben bekannt – die Politiker und Besucher traf der Schlag: Um die Schießanlage soll mitten in Bannwald und Landschaftsschutzgebiet ein monströser Wall entstehen. Die Maße: Das Oval soll 260 Meter lang und 160 Meter breit werden, fast so groß wie die Allianz Arena! Der Wall soll sich bis zu 20 Meter auftürmen – 15 Meter aus Erde, obenauf 5 Meter Wand. So hoch wie ein achtstöckiges Haus! Es kommt noch dicker: Für die Statik muss der Damm am Boden über 44 Meter breit sein. So einen Wall hat München wohl noch nie gesehen…

Keine 150 Meter davon entfernt wohnen die nächsten Münchner. Am meisten entsetzt die Nachbarn, dass die Schützen künftig nicht mehr Richtung Süden schießen wollen, sondern Richtung Norden – mitten ins Wohngebiet. „Was passiert denn, wenn einer Mal über den Wall schießt? Wir können doch unsere Kinder nicht mehr rauslassen“, sagt Jörg Schneider der tz. „Mal abgesehen vom Lärm rund um die Uhr.“

Die Hubertus-Schützen können die Aufregung nicht verstehen. „Auch wir wollen Natur- und Waldschutz“, sagt Präsident Ludwig Obermeier. Der Wall werde begrünt und verschwinde hinter den Baum­wipfeln. „Die Anwohner können von Glück sprechen: Sie bekommen jetzt einen Lärmschutz.“ Der Krach liege künftig unter dem der nahen Garmisch-Partenkirchner Autobahn.

Die Politik lässt das Argument nicht gelten. „Dafür sind die Schießzeiten erheblich länger“, sagt Bezirks­ausschuss-Chef Hans Bauer (SPD). Er wolle die historische Anlage zwar erhalten, erinnert die Schützen aber daran, dass man sie bislang nur duldet. Bauer droht: „Der Verein sollte sich eine Ausweitung sehr genau überlegen…“

David Costanzo

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