618.08.10|München|11 Kommentare
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München - Die Verwirrung um die Residenzklinik geht weiter. Jetzt ist die ganze Klinik dicht. Was der Geschäftsführer sagt.

© Kurzendörfer
Vorerst werden hier keine Operationen durchgeführt
Wegen Hygiene-Mängeln hatte das Gesundheitsamt der Schönheitsklinik am Odeonsplatz Vollnarkosen verboten. Ende vergangener Woche kündigte der Chef Jochen Kirschner in der tz an, dass er den OP noch in dieser Woche wieder öffnen will. Am Montag gab die Stadt den Betrieb wieder frei. Und jetzt ist die ganze Klinik dicht!
Auf der Internet-Seite steht: „Wegen Umstrukturierungsmaßnahmen“ bleibe das Haus „bis auf weiteres leider geschlossen“. Auf, zu, auf, zu: Wie steht es um die Residenzklinik?
Geschäftsführer Kirschner behauptet gegenüber der tz: „Wir machen weiter!“ Der Betrieb soll nach dem Wirbel ordentlich anlaufen. So werde man das OP-Besteck nicht mehr selbst sterilisieren, sondern künftig Einmal-Instrumente nutzen.
Außerdem wolle er einen zweiten Arzt einstellen – zusätzlich zum Nachfolger des geschassten Chefarztes. das alles werde „ein paar Tage“ dauern. „Wir wollen nichts überstürzen.“
Keine Erklärung wollte er zu folgendem Sachverhalt liefern: Bislang waren nach Angaben der Klinik weder die „Botox-Flatrate“ noch das „Hyaluron-Abo“ betroffen. Schließlich brauche es dafür höchstens eine Spritze – also weder OP noch Narkose.
Beide Angebote scheinen jetzt aber trotzdem eingestellt zu sein. Auf der Internet-Seite steht zumindest: „Die Raten werden ab sofort nicht mehr abgebucht.“
Auch der Rest der Erklärung liest sich wenig optimistisch: „Das ganze Team bedankt sich für die Treue, die herzlichen Nachrichten und Briefe zahlreicher Patienten, die der Residenzklinik die Treue halten und die letzten zehn Jahre sehr zufrieden waren! Wir bemühen uns um eine Lösung.“
In einer Mitteilung schreibt die Klinik weiter: „Wir möchten unser tiefstes Bedauern und Mitgefühl den Patienten gegenber ausdrücken, denen Schaden durch die Behandlung unseres ehemaligen Chefarztes zugefügt wurde.“ Mehr als ein Dutzend Patientinnen lassen sich derzeit von Anwälten beraten. Deren Vorwürfe hat die Staatsanwaltschaft geprüft und jetzt ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen Körperverletzung gegen die Klinik eröffnet.
DAC

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