Portugal-Mord: Ermittler setzen auf Urlaubsheimkehrer

Portugal-Mord: Ermittler setzen auf Urlaubsheimkehrer

127.07.10|München|2 Kommentare
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München/Lagos - Nach dem Mord an Georgina Zito in Portugal setzt die Polizei auf Informationen von Urlaubsheimkehrern. Der mutmaßliche Täter Gunnar D. schweigt in Untersuchungshaft weiter.

© Polizei

Gunnar D., Georgina Zito und die kleine Alexandra.

Dies teilte das Polizeipräsidium in München am Dienstag mit. Der 43 Jahre alte Münchner soll bei einem Urlaub in der Nähe von Lagos am 10. Juli eine 30 Jahre Frau und vermutlich auch deren 21 Monate alte Tochter Alexandra getötet haben. Die Leiche des Kindes wurde bisher nicht gefunden. Mit der Frau aus Stuttgart soll Gunnar D. eine geheime Beziehung gehabt haben.

“Wir hoffen, dass Urlauber in Lagos oder sonst in Faro oder Lissabon den Verdächtigen gesehen haben“, sagte ein Polizeisprecher mit Verweis auf die Reiseetappen des Mannes. In der Hoffnung, dass eventuelle weitere Zeugen inzwischen wieder heimgereist seien, sei daher am Dienstag noch einmal der Zeugenaufruf gestartet worden (Tel. 089/2910-0). Der Aufruf richtet sich insbesondere an deutsche Urlauber,

die sich in der Zeit vom 6. bis 11. Juli 2010 in Portugal und hier insbesondere im Bereich Lagos und Lissabon aufgehalten und Beobachtungen gemacht haben. Laut Polizei ist es von entscheidender Bedeutung, wann der beschuldigte Gunnar D. am 10. Juli in Lagos oder der näheren Umgebung mit oder ohne Alexandra Z. gesehen wurde sowie ob er am 10. oder 11. Juli zwischen Lagos, Faro und Lissabon mit oder ohne Alexandra Z. beobachtet wurde. Insbesondere interessiert hier, ob er an ungewöhnlichen Örtlichkeiten oder bei ungewöhnlichen Tätigkeiten beobachtet wurde.

Der 43-Jährige war am 15. Juli in München festgenommen worden. Zeugen hatten in Portugal beobachtet, wie der Beschuldigte seine 30 Jahre alte angolanische Freundin im Meer ertränkt und dann zum Strand getragen hatte. Dort hatte er Rettungsversuche für die bewusstlose Frau verhindert und war mit dem Kind verschwunden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass er die kleine Alexandra auf dem Weg zum Hotel tötete und in der felsig zerklüfteten Steilküste zurückließ. Danach sei der 43-Jährige mit einem Mietwagen nach Lissabon gefahren und von dort mit einem Flugzeug nach München geflogen. Nach seiner Festnahme hatte über seinen Anwalt erklären lassen, er habe Alexandra am Strand in Portugal Leuten übergeben, die sich um das Kind kümmern sollen. Das hält die Staatsanwaltschaft aber für unglaubwürdig. Weitere Auskünfte machte der Mann bisher nicht.

mm/dpa

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