Am Dienstagmorgen auf der Intensivstation des Klinikums rechts der Isar. Es herrscht mehr Betrieb als sonst. Chirurgen und Anästhesisten kümmern sich intensiv um ihren prominenten Patienten.
Er ist schon berühmt, obwohl noch niemand außer Ärzten und Pflegepersonal seinen Namen kennt. Keiner weiß bisher, wer er ist: Der Mann, dem Starchirurg Prof. Edgar Biemer vergangenen Freitag in einer dramatischen 15-Stunden-Operation zwei komplette Arme eines toten Organspenders verpflanzte (tz berichtete). Sechs Jahre zuvor hatte der Arbeiter bei einem tragischen Arbeitsunfall beide Arme verloren. Der weltweit erste Eingriff dieser Art sorgt inzwischen nicht nur in München, sondern auch international für Aufsehen.
Der 54-jährige Mann, der jetzt als erster Mensch weltweit mit zwei neuen Armen lebt, konnte sich gestern bereits mit seinen Ärzten unterhalten. Die zeigten sich hoch zufrieden: „Beide Arme sehen super aus“, sagt ein Narkosearzt. „Dass dieser extrem schwierige Eingriff so gut gelingt, hatten wir vorher gar nicht zu hoffen gewagt.“Die Spezialisten hatten auch kleine Gewebeproben entnommen, um sie auf Zeichen einer möglichen Abstoßreaktion zu untersuchen. Ergebnis: Keine Immunreaktion, die Heilung verläuft optimal.
Michael Timm
Quelle: tz
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