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Organspender (19) rettet noch drei weitere Leben

Nach der sensationellen Arm-Transplantation im Rechts der Isar:

Organspender (19) rettet noch drei weitere Leben

Am Dienstagmorgen auf der Intensivstation des Klinikums rechts der Isar. Es herrscht mehr Betrieb als sonst. Chirurgen und Anästhesisten kümmern sich intensiv um ihren prominenten Patienten.

Er ist schon berühmt, obwohl noch niemand außer Ärzten und Pflegepersonal seinen Namen kennt. Keiner weiß bisher, wer er ist: Der Mann, dem Starchirurg Prof. Edgar Biemer vergangenen Freitag in einer dramatischen 15-Stunden-Operation zwei komplette Arme eines toten Organspenders verpflanzte (tz berichtete). Sechs Jahre zuvor hatte der Arbeiter bei einem tragischen Arbeitsunfall beide Arme verloren. Der weltweit erste Eingriff dieser Art sorgt inzwischen nicht nur in München, sondern auch international für Aufsehen.

Und für Dankbarkeit gegenüber dem Spender und seiner Familie. „Man muss vor den Angehörigen des Spenders den Hut ziehen, dass sie diese schwere Entscheidung getroffen haben und mit der Spende der beiden Arme einverstanden waren“, sagt Birgit Blome von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), die den Ablauf der spektakulären Organspende organisierte. „Diese Entscheidung verdient allerhöchsten Respekt.“

Dem Spender, der ein 19-Jähriger aus Augsburg gewesen sein soll, ist jedoch nicht nur der Mann, der zwei neue Arme bekam, dankbar. Was bisher noch niemand wusste: Auch noch drei andere Menschen verdanken dem anonymen Toten ihr Leben. Laut einem Mitarbeiter der Transplantations-Organisationszentrale gaben die Angehörigen auch die Genehmigung dafür, noch die Leber und beide Nieren zu verpflanzen. Deshalb wurden im Klinikum rechts der Isar auch diese Organe entnommen und sofort zu den jeweiligen Empfängern transportiert. Einer stammt aus München, ein weiterer aus Erlangen, der dritte aus Holland. Alle drei Eingriffe erfolgten noch am Wochenende und verliefen ebenfalls erfolgreich.

Der 54-jährige Mann, der jetzt als erster Mensch weltweit mit zwei neuen Armen lebt, konnte sich gestern bereits mit seinen Ärzten unterhalten. Die zeigten sich hoch zufrieden: „Beide Arme sehen super aus“, sagt ein Narkosearzt. „Dass dieser extrem schwierige Eingriff so gut gelingt, hatten wir vorher gar nicht zu hoffen gewagt.“Die Spezialisten hatten auch kleine Gewebeproben entnommen, um sie auf Zeichen einer möglichen Abstoßreaktion zu untersuchen. Ergebnis: Keine Immunreaktion, die Heilung verläuft optimal.

Michael Timm

Quelle: tz

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