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Oly-Gegner: Das sagen wir am Dienstag dem IOC!

Oly-Gegner: Das sagen wir am Dienstag dem IOC!

München - Die IOC-Evaluierungskommission beginnt ihre Arbeit in München. Dazu gehört auch ein Treffen mit den Olympia-Gegnern. Der Organisation "Nolympia" geht es um drei Baustellen.

© Getty

Herzlich Willkommen: OB Christian Ude und Katarina Witt begrüßen Gunilla Lundberg von der IOC-Evaluierungskommision am Flughafen

Wie im Fußball, wie bei den Bayern: So richtig spannend wird’s erst in der Nachspielzeit. Am Dienstag beginnt die Evaluierungskommission des IOC ihre Arbeit in München. Also mit der Überprüfung: Ist Bayern olympia-tauglich? Dafür gibt’s schon tagsüber jede Menge Referate und Fragerunden – und es gibt (nach den offiziellen Präsentationen) auch ein Treffen mit Olympia-Kritikern. Diese Begegnung: Sie gehört zum Kern des Evaluierungs-Besuchs. Denn: Da werden praktisch alle kritischen Punkte behandelt. Ludwig Hartmann von der Organisation Nolympia sagt der tz: „Es geht um drei Baustellen – die Grundstücke, das Bürgerbegehren und die Zustimmung der Bevölkerung.“

Hartmann wird Dienstag Abend zusammen mit einigen anderen Olympia-Kritikern eine halbe Stunde lang vor der Kommission sprechen. Sein Plan für diese 30 Minuten ist klar: „Wir wollen zeigen, dass Olympia in Bayern nicht willkommen ist – jedenfalls nicht so willkommen, wie es die Bewerbungsgesellschaft darstellt.“ Die Punkte, die Hartmann ansprechen will, betreffen im Wesentlichen Garmisch-Partenkirchen – eben das Bürgerbegehren und die Grundstücke. Deshalb sagt Hartmann: „Wir hätten den Termin mit der Kommission lieber in Garmisch gehabt, wo der Widerstand am größten ist.“ Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt, also bringt Hartmann den Widerstand persönlich mit. In Form einer Demonstration, die für Dienstag Nachmittag auf dem Marienplatz geplant ist – und in Form von 13 000 Unterschriften von Olympia-Gegnern.

Also erst unter dem Motto „IOC go home“ demonstrieren – und sich dann mit IOC-Vertretern an einen Tisch setzen. Wie das bei der Kommission ankommen wird? Deutschlands oberster Sportfunktionär Thomas Bach glaubt nicht, dass die Gäste verärgert sein werden. Er sagt: „Es gehört zur Demokratie, dass man sich Gegenargumente anhört.“ Wobei allen Beteiligten klar ist: Das soll am Dienstag kein Streitgespräch werden. Auch Hartmann sagt: „Wir wollen hier keine Diskussion führen. Wenn die Kommission ihren Auftrag richtig versteht, dann ist sie ja dafür da, Fakten abzugreifen.“ Sachliche Arbeit, schlicht und einfach. Vor diesem Hintergrund sagt Hartmann: „Ich finde es skandalös, wie hoch man diesen Besuch der Kommission hängt. Das sind ja keine Staats­gäste, das sind Vertreter eines privaten Vereins.“

Wobei der Rahmen eine andere Sprache spricht… Insgesamt 163 Journalisten begleiten den Besuch der Kommission – was in der Dimension durchaus mit Staatsbesuchen mithalten kann. OB Christian Ude sagt sogar: „Eine so große Zahl von Journalisten habe ich noch nie bei einer städtischen Pressekonferenz begrüßen dürfen.“

Ein bisserl nervös darf man also schon sein. Bach sagt über die Stimmung: „Wir fühlen uns wie Athleten am Vorabend eines großen Wettkampfs. Wir versuchen uns einzureden, wir seien gar nicht aufgeregt. Das hat bisher ganz gut funktioniert.“ Und: „Wir sind bereit! Die Mannschaft um Katarina Witt und Bernhard Schwank ist schon seit einigen Wochen im Trainingslager. Sie ist glänzend vorbereitet.“

Das gelte auch für Themenbereiche, die eigentlich die Olympia-Gegner als Trumpfkarte ausspielen wollten. Stichwort Grundstücke. Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider bestätigte gestern: Die Verhandlungen über das wichtige Grundstück an der Kandahar-Abfahrt verlaufen sehr erfolgreich. Er erwatet bald eine endgültige Einigung. Damit seien 100 Prozent der wirklich wichtigen Flächen gesichert.

Dass das nicht 100 Prozent Zustimmung zu Olympia mit sich bringen wird, ist klar. Und: Es ist auch gut so – weil zu einer freien Gesellschaft die Meinungsvielfalt gehört. Bach: „Die Bewertungskommission wird es begrüßen, dass wir transparent sind.“

Uli Heichele

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Ab 18.30 sprechen die Olympiagegner

Stimmt schon, was OB Christian Ude gesagt hat: „Der Aufenthalt der Evaluierungskommission ist ein ernsthafter Arbeitsbesuch mit einem straffen Terminkalender.“ Das gilt auch für den Dienstag: ganztägig Präsentationen und Fragerunden im Bayerischen Hof, wo die Kommission wohnt. Los geht’s um 8.45 Uhr, letzter offizieller Termin des Tages ist das Treffen mit den Olympia-Gegnern ab 18.30 Uhr. Als Gesprächspartner werden unter anderen Ude, DOSB-Boss Thomas Bach, Bewerbungs-Frontfrau Katarina Witt und Bewerbungs-Chef Bernhard Schwank auftreten. Der längste Einzelabschnitt (45 Minuten) ist dem Thema Sportstätten gewidmet.

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