Neuer Frauen-Knast: Die Gitter sind schon drin

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1607.05.08|München|
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Dem neuen Gefängnis für Frauen und Jugendliche wurde der Richtkranz aufgesetzt. Die neue JVA zu Stadelheim soll im nächsten Frühjahr eröffnen.

Neun Quadratmeter Platz bietet eine Einzelhaftzelle in der neuen JVA, die jetzt im Rohbau steht. Es fehlen noch ein Bett, ein Schreibtisch und ein Stuhl – die Toilette ist links vom Waschbecken integriert.

© Kurzendörfer

Neun Quadratmeter Platz bietet eine Einzelhaftzelle in der neuen JVA, die jetzt im Rohbau steht. Es fehlen noch ein Bett, ein Schreibtisch und ein Stuhl – die Toilette ist links vom Waschbecken integriert.

Richtfest im Frauenknast: Am MIttwoch wurde dem bundesweit ersten in öffentlich-privater Partnerschaft gebauten Gefängnis für Frauen und Jugendliche der Richtkranz aufgesetzt. In Nachbarschaft zum Männergefängnis in Stadelheim lässt der Freistaat Bayern mit der Stuttgarter Baufirma BAM und der Münchner LHI Leasing private Unternehmen eine Justizvollzugsanstalt planen, bauen, finanzieren und künftig auch den technischen Betrieb übernehmen.

„Jegliche Aufgaben im Vollzug, die hoheitlich sind, werden natürlich auch künftig von den Bediensteten der JVA erledigt“, so Justizministerin Beate Merk. Innenminister Joachim Herrmann; „Unser privater Partner wird sich ausschließlich um die baulich-technischen Belange der JVA kümmern.“ Der Bau der neuen Frauenabteilung und Jugendarrestanstalt soll Ende des Jahres abgeschlossen werden, im Frühjahr 2009 soll das Gefängnis seinen Betrieb aufnehmen.

Dann kann das finstere und viel zu eng gewordene jetzige Frauen- und Jugendgefängnis Neudeck in der Au endlich zugesperrt werden. Dort gab es nur 74 Haftplätze, im neuen Frauen-Knast sind es 160. „Die Anzahl der weiblichen Gefangenen hat sich in den letzten 15 Jahren fast verdoppelt“, erklärt Merk. In der neuen JVA wird es außerdem 60 Plätze für den Jugendarrest geben.

Merk: „Mit dem Neubau geht es uns nicht nur darum, die Überbelegung im Frauenvollzug abzubauen“, sagte Merk. Es gehe auch um Haftbedingungen, die eine Resozialisierung förderten. Besonders am Herzen liege ihr die Mutter-Kind-Abteilung mit zehn Plätzen. „Sie verhindert, dass Kleinkinder von ihren Müttern getrennt werden müssen, und hilft den inhaftierten Müttern, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen.“

Quelle: tz

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