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MVG-Pläne für Bierverbot: Heftige Diskussionen

MVG-Pläne für Bierverbot: Heftige Diskussionen

Die Pläne der Münchner Verkehrsgesellschaft, den Konsum von Alkohol in U-Bahn, Tram und Bus zu verbieten, sorgt für heftige Diskussionen in der Stadt.

In London wurde am letzten Tag, an dem man noch in der U-Bahn Alkohol trinken durfte, ein riesiges Saufgelage im Untergrund veranstaltet

© dpa

In London wurde am letzten Tag, an dem man noch in der U-Bahn Alkohol trinken durfte, ein riesiges Saufgelage im Untergrund veranstaltet

Die Londoner haben diese bereits hinter sich. Dort darf seit 1. Juni in der Tube, der U-Bahn der britischen Metropole, kein Bier, Wein oder Schnaps mehr getrunken werden. Bevor es aber so weit war, gab es eine riesige Protest-Party.

Tausende Londoner legten mit der im Internet verabredeten Protest-Fete den öffentlichen Nahverkehr lahm. Alleine an der Liverpool Street blockierten 2000 Alkohol-Aktivisten die Bahnsteige. Insgesamt mussten sechs U-Bahnhöfe geschlossen werden. Auch in den Zügen wurde fröhlich gefeiert. Allerdings kam es auch zu Schlägereien, 17 Menschen wurden festgenommen.

Die Bahnarbeitergewerkschaft in London ist vom Alkoholverbot nicht begeistert, es setze die U-Bahn-Mitarbeiter einer noch größeren Gefahr aus. „Gewalt gegen U-Bahn-Mitarbeiter ist ohnehin schon ein Problem, vor allem von Seiten Betrunkener. Jetzt sollen unsere Leute auch noch auf sie zugehen und sie sogar aus den Zügen oder den Bahnhöfen werfen“, warnte Gewerkschaftssekretär Bob Crow. In München kam es bereits zu schlimmen Schlägereien, weil Fahrgäste in der U-Bahn auf das Rauchverbot hingewiesen haben.

Die Rathaus-FDP hält das totale Trinkverbot für überzogen: „Ich finde den Anblick eines Menschen mit einer Bierflasche in der Hand auch nicht gerade appetitlich. Eine Knoblauch-Fahne ist aber auch nicht angenehm. Wollen wir dann auch Knoblauch in der U-Bahn verbieten?“, fragt Fraktionschef Michael Mattar. „Dass man ein wüstes Saufgelage in einem Zwischengeschoss nicht dulden darf, versteht sich von selbst. Doch da reicht die Hausordnung schon jetzt aus, um so etwas aufzulösen.“ Auch in den Zügen darf die MVG schon jetzt betrunkenen Fahrgästen die Mitfahrt verweigern, wenn sie eine Gefahr für andere Fahrgäste oder sich selbst darstellen. Die Sicherheit werde durch das Alkoholverbot, so Mattar, nicht verbessert, da viele Betrunkene sich ihren Rausch schon vor der Fahrt antrinken.

J. Welte

Quelle: tz

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