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Münchens schwarze Löcher

Müssen Tunnels wirklich so hässlich sein?

Münchens schwarze Löcher

München - Jeder Münchner und jeder Gast unserer Stadt muss hier einmal durch, Zehntausende von Pendlern sogar zweimal täglich:

Die Benutzung vieler Münchner Unterführungen ist ein Albtraum.

© Michael Westermann

Die Benutzung vieler Münchner Unterführungen ist ein Albtraum.

Fußgänger- oder Radlerunterführungen, die den Weg unter Straßen und Zugstrecken hindurch bahnen. Doch während unsere schöne Stadt ansonsten so stolz auf ihre Bauwerke ist und großen Wert auf Sauberkeit legt, gerät der Weg durch diese Tunnels meistens zum Spießrutenlauf: Lieblos gestaltete Wände, auf denen sich unbegabte Graffiti-Schmierer austoben, Müll, Taubenkot, Uringestank und manchmal auch noch der direkt neben dem Gehsteig vorbei tosende Straßenverkehr machen die Benutzung dieser schwarzen Löcher zum Albtraum – dabei will die Stadt doch die Bürger dazu bewegen, aufs Auto zu verzichten und sich zu Fuß oder mit dem Radl fortzubewegen oder den Nahverkehr zu nutzen. Doch gerade der Weg zu Letzteren führt oft durch Müllhalden.

Viele der Unterführungen sind im Besitz der Bahn. Die ist allerdings der Ansicht, dass sie der Verkehr unter den Gleisen nichts angeht. Eine freundlichere Gestaltung der Unterführungen? „Das ist Sache der Stadt“, heißt es in der Bahn-Pressestelle. Die Stadt beruft sich auf ihre gesetzlichen Vorgaben: „Unsere Aufgabe ist es in erster Linie, Bauwerke und Verkehrswege bereit zu stellen. Wie diese aussehen, ist zunächst zweitrangig“, erklärt Jürgen Marek, Sprecher des städtischen Baureferates. „Wenn es aber Anregungen aus der Bevölkerung für Verschönerungen gibt, sind wir natürlich aufgeschlossen.“ Dass das funktioniert, kann man etwa an der neuen Unterführung unter der Kapuzinerstraße studieren.

Johannes Welte

Die schwarzen Löcher Münchens: Unterführungen

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Es geht doch auch anders

Dass eine Fußgängerunterführung kein dunkles und Angst einflößendes Loch sein muss, haben die Anwohner der im vorigen Jahr neu gebauten 50 Meter langen Röhre unter der Kapuzinerstraße bewiesen. Unter Anleitung des Münchner Graffiti-Künstlers „Loomit“ Mathias Köhler gestalteten Schulen, Kinderhorte und ein Jugendzentrum sowie im Viertel ansässige Künstler das neue Bauwerk, das Tag und Nacht hell erleuchtet wird.

„Der Tunnel wurde somit zu einem Projekt der Nachbarschaft, die das Bauwerk nun als das sieht, was es ist: Eigentum der Gemeinschaft“, so der zuständige Bezirksausschussvorsitzende der Isar- und Ludwigsvorstadt Alexander Miklosy. „Die soziale Kontrolle funktioniert, und wenn jemand etwas beschmiert, werden die Schäden von den Bürgern selbst behoben. Im Gegensatz zu anderen Unterführungen wird sie von der Bevölkerung angenommen.“ In einer Augsburger Unterführung, die auch von Künstlern gestaltet wurde, wird Musik gespielt. Die Unterführung an der Maximilianstraße dient jetzt als Aktions-Kunst-Galerie ZKMAX.

Quelle: tz

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