SZ-Gelände: Wird das Gift eingemauert?
309.03.10|MünchenFacebook
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München - Zügiges Arbeiten, wie es in Zeitungsredaktionen der Fall ist, hat das frühere SZ-Gelände in der Sendlinger Straße schon länger nicht mehr gesehen.

© Haag
Der harte Winter, so die LBBW Immobilien, verzögerte lange Zeit den Baufortschritt in der Hofstatt.
Eines der Probleme, die hinter den Fassaden bereinigt werden müssen, ist die Verschmutzung des Erdreiches mit größeren Mengen Toluol. Das ist ein bei Druckfarben gebräuchliches Lösungsmittel. Nicht wirklich überraschend, dass dieses Gift unter der ehemaligen Druckerei gefunden wurde, meint Rudolf Fuchs, Abteilungsleiter für Altlasten, Entsorgung und Wasserrecht im Umweltreferat. Aber: „Es muss saniert werden.“
Der Investor, die LBBW Immobilien Development GmbH, suche derzeit mit einem Ingenieurbüro nach einem geeigneten Entsorgungsweg. Denkbar sei etwa, den Stoff herauszupumpen. Allerdings könnte die schädliche Substanz, die „ziemlich immobil ist“, auch ringsrum gesichert und eingemauert werden. Schneller als die Beseitigung dieses Hindernisses dürfte der Abriss des AZ-Gebäudes passieren – obwohl: Der wurde vor einigen Monaten auch schon mal angekündigt. Jetzt aber wirklich „voraussichtlich nächste Woche“, verspricht Brigitte Reibenspies, Sprecherin der LBBW Immobilien. Die Arbeiten werden etwa sechs Wochen dauern. Nach den ersten Maßnahmen „wird die angrenzende Wand des denkmalgeschützten SZ-Gebäudes mit Spritzbeton ertüchtigt sowie ein Gerüst zur Aussteifung zwischen den beiden angrenzenden Gebäuden erstellt“.
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Reibenspies erwähnt in ihrer Beschreibung „hochwertiger Einzelhandels- und Büroflächen“, die im Quartier Hofstatt auf 11 000 Quadratmetern entstehen werden, keine Umplanungen des Konzepts aus dem Büro des Schweizer Architekten Marcel Meili. Das wird man im Rathaus mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen. Vor einigen Wochen hatte der Investor Planungsreferentin, OB und Stadtrat durch das Ansinnen aufgeschreckt, man wolle nun doch auf einige der vorgesehenen, hochgelobten Passagen verzichten: offenbar ein Ergebnis der Überprüfung aller Projekte der GmbH „auf Wirtschaftlichkeit“. Eilig beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans, um grundsätzliche Umplanungen zu verhindern. Müsste man den allerdings formal durchsetzen, wären weitere Verzögerungen programmiert.
bw.
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