München Marathon: Der lange Lauf ins Glück

München Marathon: Der lange Lauf ins Glück

612.10.08|München|2 KommentareFacebook
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Auf die Plätze, fertig, los! Um Punkt 10 Uhr fiel im Olympiapark am Sonntag der Startschuss zum 23. München Marathon.

Gedränge am Start. Danach ging es bei Traumwetter über 42 kilometer durch München.

© Kurzendörfer

Gedränge am Start. Danach ging es bei Traumwetter über 42 kilometer durch München.

11 000 Läufer aus 64 Nationen verwandelten die Münchner Straßen in eine riesige Rennstrecke. Die 42,195 Kilometer lange Strecke führte über Schwabing und Oberföhring durch die Innenstadt bis zum Olympiastadion. Sightseeing pur! Und auch der Wettergott schien den Sportlern wohl gesonnen: Bei traumhaftem Altweiberwetter feuerten die ganze Strecke entlang über 100 000 Marathon-Fans die Läufer an.

Bei den Männern siegte Steffen Justus aus Schramberg (2:21,38 Std.) vor Peter Rodewald aus Jena (2:24,23 Std.) und Christian Dirscherl aus Passau (2:31,57 Std.).

Bei den Frauen lief die Münchnerin Melanie Hohenester vor der Münchnerin Bianca Meyer (2:56,23 Std.) und der Italienerin Laura Ursella (2:56,53 Std.) ins Ziel (2:49,19 Std.). Und wie fühlt man sich nach über 42 Kilometern? tz-Reporterin Christina Schmelzer hat die Läufer im Ziel abgepasst:

© WestermannJohannes Eberle.Johannes Eberle (42), Ministerialrat aus Schäftlarn

  • Gelaufene Zeit: 2:55 Stunden, 36. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Super und stolz, auch wenn der Schweiß in Strömen fließt. Ich bin schon viel schlechter gelaufen, heute ging es bei mir richtig gut.

  • Das war der härteste Abschnitt: Die Strecke in Berg am Laim. Hier gab es keine Zuschauer, die einen angefeuert haben, außerdem war noch nicht mal die Hälfte rum – und ich hatte gleich ein Motivationstief.

  • So habe ich mich motiviert: Ich habe einen starken Willen und mir immer wieder vor Augen gehalten, dass ich die Strecke unbedingt in einer Zeit unter drei Stunden schaffen will.

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: An meine drei Kinder und meine Frau – da bekomme ich gleich positive Gedanken.

  • Mein Trainingsplan: Ich gehe jeden Morgen vor der Arbeit um fünf Uhr eine Stunde laufen, am Wochenende jogge ich zwischen 20 und 30 Kilometer.

  • Mein Fitness-Tipp: Gesunde Ernährung steht bei mir an erster Stelle: Wenig Zucker und Fett, dafür viel Vitamine.

© WestermannMelanie Hohenester.Melanie Hohenester (34), Lehrerin aus München

  • Gelaufene Zeit: 2:49 Stunden, 2. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Ich schwebe auf Wolke Sieben. Das war erst mein zweiter Marathon und trotzdem wurde ich Erste – besser hätte es doch gar nicht laufen können!

  • Das war der härteste Abschnitt: Vom 38. bis zum 40. Kilometer. Da hat mir alles wehgetan, ich wollte nur noch ins Ziel kommen und endlich nach Hause.

  • So habe ich mich motiviert: Beim Sport kann ich richtig abschalten, das ist für mich die beste Motivation. Ich laufe einfach!

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: Ich konzentriere mich beim Laufen nur auf mich und meinen Körper, achte auf meinen Puls und mein Tempo.

  • Mein Trainingsplan: Sehr vielseitig: Ich gehe bis zu 20 Stunden in der Woche Laufen, Schwimmen und Radfahren, dazu mache ich ab und zu Krafttraining.

  • Mein Fitness-Tipp: Bloß nicht immer die gleiche Sportart machen, das wird auf Dauer langweilig. Nur wenn man immer wieder neues ausprobiert, bleiben Geist und Körper fit!

© WestermannRudi Friedmann.Rudi Friedmann (50), Angestellter aus München

  • Gelaufene Zeit: 3:19 Stunden, 5. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Total stolz auf mich selbst – heute bin ich meine persönliche Bestzeit gelaufen, damit hätte ich nie gerechnet.

  • Das war der härteste Abschnitt: Die ganze Strecke über hat die Sonne sehr gebrannt, das fand ich ganz schön anstrengend.

  • So habe ich mich motiviert: Ich wollte unbedingt meinen persönlichen Rekord brechen und unter 3:20 Stunden bleiben. Mein Ehrgeiz hat mir viel Energie gegeben!

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: An meinen kleinen Sohn Rian, der heute seinen ersten Geburtstag feiert. Die letzte Runde ist er sogar mit mir mitgelaufen – ich habe ihn beim Zieleinlauf auf dem Kopf getragen!

  • Mein Trainingsplan: Ich laufe in der Woche 50 Kilometer – nach der Arbeit und am Wochenende. Dazu gehe ich viel Schwimmen und Radfahren.

  • Mein Fitness-Tipp: Sport muss Spaß machen. Deshalb sollte man lieber nur 95 Prozent geben, dafür umso mehr genießen!

© WestermannKathrin Hanspeter.Kathrin Hanspeter (26), Lehrerin aus Sarntheim (Südtirol)

  • Gelaufene Zeit: 3:12 Stunden, 1. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Ich bin richtig glücklich, habe Gänsehaut und bin sogar den Tränen nahe. Nur meine Füße sind schwer …

  • Das war der härteste Abschnitt: Zwischen dem 30. und 35. Kilometer haben meine Kräfte massiv nachgelassen. Viele erfahrene Läufer hatten mir im Vorfeld gesagt, dass erst ab dem 30. Kilometer der Marathon richtig anfängt – sie hatten eindeutig Recht!

  • So habe ich mich motiviert: Einer meiner besten Freunde ist auch mitgelaufen. Er hat mir gut zugeredet, wenn ich eine schlechte Phase hatte.

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: An meinen Freund, meine Familie – und daran, dass sich das viele Training hoffentlich gelohnt hat!

  • Mein Trainingsplan: Ich habe acht Wochen lang fünf Mal die Woche trainiert, ansonsten gehe ich viel Klettern und Wandern.

  • Mein Fitness-Tipp: Eine gesunde Lebensweise und tägliche Bewegung sind ein absolutes Muss!

© WestermannAndrea Riedl.Andrea Riedl (51), Sparkassen-Angestellte aus Augsburg

  • Gelaufene Zeit: 3:18 Stunden, 15. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Ganz schlimm, ich bin fix und fertig. Am Schluss habe ich einfach nicht mehr gekonnt, heute war’s zu viel.

  • Das war der härteste Abschnitt: Das ganze letzte Stück ab dem 35. Kilometer. Mein Akku war leer, es war eine richtige Qual. Ich habe sogar überlegt, einfach aufzuhören.

  • So habe ich mich motiviert: Ich habe einfach die gelaufenen Kilometer heruntergezählt und mich über jeden gefreut, den ich überstanden hatte.

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: Nicht viel. An meiner Pulsuhr habe ich mir ausgerechnet, wieviel Zeit ich für die einzelnen Abschnitte gebraucht habe – so verging die Zeit.

  • Mein Trainingsplan: Ich mache Leichtathletik im Verein, trainiere fünf Mal in der Woche für jeweils ca. eine Stunde.

  • Mein Fitness-Tipp: Ausreichend trinken ist mir sehr wichtig. Ich trinke drei Liter Wasser am Tag. Außerdem schwöre ich auf genügend Schlaf – mindestens acht Stunden sollten es sein!

© WestermannEduard Köhler.Eduard Köhler (55), Bauingenieur aus Balingen

  • Gelaufene Zeit: 3:22 Stunden, 11. Marathon

  • So fühle ich mich jetzt: Ziemlich müde, aber gut. Allerdings habe ich eine dicke Blase am Fuß, die sehr schmerzt.

  • Das war der härteste Abschnitt: Vom Englischen Garten bis zum Herkomerplatz. Hier waren einige Streckenabschnitte ziemlich wellig, das hat mich viel Kraft gekostet.

  • So habe ich mich motiviert: Ich akzeptiere es einfach, wenn mein Körper gerade nicht so will, wie ich gerne hätte. Dann rufe ich mir wieder mein Ziel vor Augen – das hilft.

  • Das habe ich während des Rennens gedacht: Ans Ziel und den Einlauf ins Olympiastadion durchs Marathon-Tor. Die letzte Runde vor den Zuschauern ist ein traumhaftes Erlebnis.

  • Mein Trainingsplan: Ich gehe vier Mal die Woche Laufen, Schwimmen und Radfahren – rund zehn Stunden in der Woche. Im Winter allerdings weniger.

  • Mein Fitness-Tipp: Genug Ausdauersport – das hält Herz und Kreislauf fit. Und ist die beste Möglichkeit, zu entspannen!

Quelle: tz

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