Luise-Kiesselbach-Platz: Sieben Millionen für Stau-Missionare?

Sieben Millionen für Stau-Missionare?

616.06.09|München|12 KommentareFacebook
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München - Mit einem knapp sieben Millionen Euro teuren Mobilitätsmanagement will die Stadt die Staus an der Tunnelbaustelle am Luise-Kiesselbachplatz verhindern.

© Kruse

Staus im Berufsverkehr an der Garmischer Straße dürften während des Tunnelbaus am Luise-Kiesselbachplatz zum Alltag gehören.

 Bei den Tunnelbaustellen am Petuelring und in Bogenhausen kam man gut ohne solche Maßnahmen aus. Die Bagger sind längst da, doch bis die Autofahrer die Baustelle für den neuen Tunnel am Luise-Kiesselbachplatz spüren werden, vergehen noch ein paar Wochen. Ab August werden die Fahrspuren verlegt, damit die Baumaschinen Platz haben, den Tunnel zu buddeln und zu betonieren. Auch wenn es in der Garmischer Straße während er Bauzeit bei drei Spuren bleiben soll und das Baureferat zwei Spuren in der Heckenstaller Straße für ausreichend hält, muss man bis zur Eröffnung des neuen Tunnels im Jahre 2015 mit Staus auf der Baustelle rechnen.

So wird der neue Luise-Kiesselbach-Platz

Um diese Staus möglichst gering zu halten, hat das Kreisverwaltungsreferat (KVR) auf Antrag der Grünen ein Mobilitätsmanagement für die Bauzeit erarbeitet, mit dem die Menschen bewegt werden sollen, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen, wenn sie nicht eine Ausweichstrecke fahren. Die Kosten des Projekts werden auf 6,8 Millionen Euro geschätzt. Das soll den Verkehr um fünf Prozent verringern.

Geplant ist unter anderem, dass Autofahrer, die im Stau stehen, vor Ort von „mobilen Agenten“ angesprochen und beraten werden sollen. Diese Stau-Missionare sollen „Mobilitätsgutscheine“ oder eine „Stauzeitung“ durchs Fenster reichen. Plakate sollen auf weitere Infos im Internet oder am Telefon hinweisen. Das KVR rechnet übrigens damit, dass 40 Prozent der angesprochenen Autofahrer den Kontakt verweigern werden. Außerdem sollen die Autofahrer gezielt in ihren Ziel- und Quellgebieten „vertieft angesprochen“ werden.

Dazu muss zunächst Marktforschung betrieben werden. Ausländer bekommen keine Beratung: „Personen mit erfahrungsgemäß weit unterdurchschnittlicher Reaktion auf Informations-, Beratungs- und Motivationsangebote bekommen kein Beratungsangebot. Hierzu zählen fast alle Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft mit Ausnahme deutschsprachiger Nationalitäten,“ heißt es in dem Papier, das am Dienstag dem Bauausschuss vorgestellt wurde.

Man darf gespannt sein, ob der dafür zuständige Kreisverwaltungsausschuss die Gelder genehmigen wird, zumal noch eine Kosten-Nutzen-Analyse fehlt. CSU -Rathausfraktionschef Josef Schmid zweifelt am Sinn des Mobilitätsmanagements: „Das ist rausgeschmissenes Geld. Bei den Tunnelbaustellen am Petuelring und in Bogenhausen blieben die großen Staus auch ohne Mobilitätsmanagement aus.“

J. Welte

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