Bayrischzell - Zwei Tourengeher wurden am Samstag im Spitzinggebiet von einer Lawine verschüttet. Eine Münchnerin (35) kam dabei ums Leben. Bernd P. beobachtete das Unglück aus der Rauhkopfhütte.

© Bergwacht Leitzachtal/Schliersee
Schneetreiben erschwert den Bergwachtlern die Arbeit. Die Kameraden mussten per Ski und mit Hilfe einer Raupe zum Ort des Lawinen-Dramas gelangen, weil das Wetter den Einsatz eines Rettungshubschraubers verhinderte.
Bernd P. stürmt aus der Hütte und setzt zuerst den Notruf ab: Lawinenabgang am Taubenstein! „Bernd hat besonnen reagiert“, lobt Bayerland-Sektionsvorsitzender Herwig Sedlmayer. „Er ist ein sehr erfahrenes und aktives Mitglied.“
Etwa eine halbe Stunde später finden sie die Frau. Sie hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Bernd P. beginnt mit der Wiederbelebung. Die Atmung setzt wieder ein. Schon treffen die Retter von der Bergwacht ein. Sie übernehmen die Reanimierung.
Die Bergwacht rekonstruiert das Drama so: Zwei Skitourengeher aus München – eine 35-jährige Frau und ein 42-jähriger Mann – haben beim Anstieg zum Taubenstein-Sattel offenbar ein 200 Meter breites Schneebrett ausgelöst. Der Mann hat Glück und bleibt an einem Baum hängen. Er wird körperlich fast nicht verletzt, erleidet aber eine Unterkühlung. Die Frau wird etwa 50 Meter mitgerissen und vollständig vom Schnee begraben.
Eine Streife der Bergwacht Schliersee ist in der Nähe unterwegs, die Männer fahren auf Skiern zur Unglücksstelle. Die Retter der Bergwacht Bayrischzell steigen von Geitau aus mit Skiern auf. Der Hubschrauber darf wegen des schlechten Wetters nicht starten. Die Retter müssen die Verunglückten mit Schlitten befördern, später per Raupe. Insgesamt eilen 35 Männer und Frauen zum Einsatz.
Vor Ort übernehmen eine Notärztin und ein Mediziner der Bergwacht die Behandlung. Doch die Münchnerin ist zu schwer verletzt. Sie stirbt beim Abtransport an einem Herz-, Kreislauf und Atemstillstand.
DAC, AW
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