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"Kauf' ich mir eben in Düsseldorf einen Ferrari"

"Kauf' ich mir eben in Düsseldorf einen Ferrari"

Mainz/Poing - Im Streit um eine von der Polizei gestoppte Autorallye für gut betuchte Sportwagenbesitzer ist ein Teilnehmer vor dem Bundesverfassungsgericht gescheitert. Marcus Prinz von Anhalt lässt sich unterdessen den Spaß nicht verderben.

Ein Ferrari soll's sein für Marcus Prinz von Anhalt. Gegen einen Lamborghini wie diesen hätte der Prinz sicher auch nichts einzuwenden. Das abgebildete Fahrzeug wurde am Donnerstag in einer Halle in Poing beschlagnahmt.

© dpa

Ein Ferrari soll's sein für Marcus Prinz von Anhalt. Gegen einen Lamborghini wie diesen hätte der Prinz sicher auch nichts einzuwenden. Das abgebildete Fahrzeug wurde am Donnerstag in einer Halle in Poing beschlagnahmt.

Die Karlsruher Richter hätten am Samstag die Annahme einer am selben Tag eingereichten Verfassungsbeschwerde verweigert, teilte der klagende Porsche-Besitzer der Deutschen Presse-Agentur dpa mit. Eine Begründung habe der mit dem Fall befasste erste Senat nicht gegeben. Zuvor war der Mainzer bereits in einem Eilverfahren vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof (VGH) unterlegen. Auch in Frankfurt hat die Polizei am Samstag Wagen von Rallye-Teilnehmern sichergestellt.

“Jetzt werden wir die Sache im Hauptsacheverfahren vor den Verwaltungsgerichten durchfechten“, kündigte der aus Mainz stammende Kläger an. Er sei weiter der Auffassung, dass die vorübergehende Sicherstellung von 63 Wagen ohne richterlichen Beschluss grob rechtswidrig sei. Auch lasse sich allein aus dem Umstand, dass die Wagen in einer Firmenhalle abgestellt worden seien, nicht zwangsläufig auf eine Teilnahme an der Rallye schließen. Von den in einer Halle im oberbayerischen Poing geparkten Fahrzeugen sei keinerlei Gefahr ausgegangen, die eine Sicherstellung gerechtfertigt hätte.

Zudem habe es sich bei der Veranstaltung keineswegs um ein illegales Autorennen gehandelt, wie die Polizei behaupte, sondern lediglich um eine “mobile Schnitzeljagd“. Sie hatte durch Deutschland und Tschechien führen sollen. Geplant war das Rennen zunächst von Hamburg nach München. Die Behörden der Hansestadt hatten es aber verboten. Daraufhin waren die Autos nach Bayern gebracht und in einer Lagerhalle abgestellt worden. Teilnehmer früherer Luxus-Rallyes haben sich nach Erfahrungen der Polizei häufig rücksichtlos und grob verkehrswidrig verhalten.

Ein Teil der Fahrer hat sich von der Beschlagnahme ihrer Wagen dennoch nicht beeindrucken lassen und mit kurzfristig beschafften anderen Sportwagen am Freitag die über Prag nach Frankfurt am Main führende Rallye fortgesetzt. Rund 20 Fahrzeuge hätten daran teilgenommen, berichtete Veranstaltersprecherin Julia Akra. Vier vor dem Luxushotel “Frankfurter Hof“ abgestellte Wagen habe die Polizei am Samstagmorgen sichergestellt - darunter einen Rolls Royce Phantom Cabrio und einen Mercedes im Wert von rund zwei Millionen Euro.

Aber auch davon habe sich Rallye-Teilnehmer Marcus Prinz von Anhalt nicht den Spaß verderben lassen, berichtete Sprecherin Akra. “Mir ist es völlig egal, ob die Polizei die Autos beschlagnahmt - ich hab' genug Autos und lass mir den Spaß nicht verderben. Dann kaufe ich mir eben in Düsseldorf einen Ferrari, damit ich nach Hause fahren kann“, zitiert die Sprecherin den blaublütigen Autofan. Die meisten Teilnehmer seien am Samstag mit einem Bus nach Düsseldorf gebracht worden, wo am Samstagabend in einer Diskothek die Abschluss- Veranstaltung geplant war. Die in München sichergestellten Fahrzeuge sollen erst am Sonntag freigegeben werden.

Quelle: DPA

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