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Isar-Irrsinn: Hier lesen sie einem Extrem-Kajakfahrer die Leviten

Isar-Irrsinn: Hier lesen sie einem Extrem-Kajakfahrer die Leviten

München - Die reißende Isar zieht derzeit Extremsportler an. Kajakfahrer haben nun am Donnerstag einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.

© ebu

Erst Spaß in der Hochwasserwelle, dann Ärger mit der Polizei: einer der Kajakfahrer

Die Uferwege überflutet, der Flauchersteg wegen möglicher Einsturzgefahr gesperrt: Die Isar macht ihrem alten Ruf als „Reißende“ zurzeit alle Ehre. An üblicherweise harmlosen Stellen toben jetzt die schmutzig-braunen Fluten, die Wellen türmen sich meterhoch wie etwa an der Reichenbachbrücke. Genau das zieht extreme Wassersportler an – und sie riskieren dabei ihr Leben! Polizei und Feuerwehr hatten am Donnerstag deshalb einen Großeinsatz.

© ebuZwei Hubschrauber und mehrere Suchtrupps hatten nach dem Kajakfahrer gesucht.

Ein Spaziergänger hatte einen im Wasser treibenden Menschen beoachtet und per Notruf Alarm geschlagen. Es war, wie sich später herausstellte, nicht nur einer, der sich freiwillig in die Fluten gestürzt hatte. Extreme Surfer und Kajakfahrer suchte in dieser mächtigen Welle unterhalb der Reichenbachbrücke den besonderen Kick. Dass vorbeischwimmendes Treibholz – mächtige Baumstämme waren dabei – die Situation noch gefährlicher machte, nahmen diese Freaks offenbar in Kauf.

Polizeihelikopter „Edelweiß“ nahm an der Feuerwache 5 mehrere Taucher der Feuerwehr an Bord, um notfalls die Wassersportler retten zu können. Auch Hubschrauber „Christoph“ startete für Rettungseinsätze aus der Luft. Rund 40 Feuerwehrleute rasten mit zwölf Einsatzwagen zur Isar. An der Corneliusbrücke ließen sie eine Leiter hinunter, nachdem dort einer der Kajakfahrer an Land gekommen war. Der nahm um 13.52 Uhr den bequemen Ausstieg mittels Leiter gerne an.

Wo ist sein Freund? Die Frage konnte er nicht beantworten, nur dass dieser weiter nach unten abgetrieben worden sei. Fünf Minuten später kam die Entwarnung: Auch der zweite Kajakfahrer hatte wieder sicheren Boden unter den Füßen. Außerdem wurde ein Surfer aus den Fluten geholt. „Sie wurden von der Isar verwiesen“, so Polizeisprecher Ralph Irlbauer. Da die Landeshauptstadt das Befahren der Isar an dieser Stelle verboten hat, droht den Extremsportlern jetzt eine saftige Geld­buße. Und wer zahlt den Großeinsatz? „Das wir geprüft“, sagt Irlbauer. Aber wahrscheinlich bleibe doch alles beim Steuerzahler hängen.

Eberhard Unfried

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