309.01.09|München|38 Kommentare
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München - Der Horror begann mit einem kleinen Unfall, wie er jedem Kind beim Spielen passieren kann.

© Bodmer
Familie Y. machte die Hölle durch (v.l.) Tochter Damla (12), Mutter Ezo, Tochter Derya (heute 7), Vater Ugur und Sohn Kaan (14).
Ein blaues Auge, zugezogen beim Herumtollen, nahmen Ärzte und Sozialpädagogen zum Anlass, ein viereinhalbjähriges Mädchen aus der Familie zu reißen. Der bloße Verdacht, das Kind könnte misshandelt worden sein, reichte ihnen aus, eine Behörden-
Trotz eines blauen Auges durfte Derya einige Tate später wieder in den Kindergarten. Mitarbeitern kam die Verletzung dort komisch vor: Was das Kind brutal misshandelt worden? Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes wurde eingeschaltet.
Diese reagierte sofort und schickte Derya zur stationären Beobachtung in die Haunersche Kinderklinik. Dort war kurz zuvor eine „Kinderschutz-
Ihm sei zunächst nur gesagt worden, seine Tocher sei zur Beobachtung in der Klinik, so Ugur Y. zur tz. „Wir haben tagelang gewartet.“ Auf die Frage, wann Derya wieder nach Hause gehen könne, hätten die Ärzte ihm gesagt, dies entscheide das Jugendamt. „Beim Jugendamt hat man mir gesagt, die Entscheidung liege bei den Ärzten“, so der Vater weiter. „Ich wurde hin-
Der Fall landete inzwischen bei der Staatsanwaltschaft. Das Verfahren wurde rasch wieder eingestellt, nachdem es keine Hinweise auf eine Misshandlung gab.
Für die wohlsituierte türkische Familie ging der Horror weiter. „Uns wurde plötzlich gesagt, unsere Tochter befinde sich in einem Heim“, so Vater Ugur. „Meine Frau hat geweint.“ Die Ärzte hätten nachgefragt, warum sie weine. Ugur Y.: „Die haben gemeint, ich würde meine Frau schlagen. Nein, ich schlage sie nicht!“
Als die Ärzte dem Vater eröffneten, er werde seine Tochter wohl nicht wiedersehen, flippte der Vater aus, begann zu schreien. Die Mutter schluchzte. Folge: „Wir wurden ins Bezirkskrankenhaus Haar gebracht“, so Ugur Y. „Dort waren wir fünf Tage. Es war wie im Gefängnis.“
Die beiden anderen Kinder des Ehepaares, Damla (12) und Kaan (14), wären in dieser Zeit auf sich allein gestellt gewesen. „Gott sei dank habe ich eine Schwester, die sich um sie kümmerte“, erinnert sich der Vater. „Die Ärzte wollten meiner jüngsten Tochter helfen, haben aber meine beiden anderen Kinder total vergessen.“
Fast vier Wochen dauerte es, bis Derya wieder zu ihrer Familie zurück durfte. Wie ging es ihr im Heim? Der Vater: „Sie hat Angst gehabt und wollte nicht darüber reden.“
Er schaltete im Kampf gegen den Behörden-
Die 9. Zivilkammer des Landgerichts entschied am Donnerstag: Die Haunersche Kinderklinik muss an die Familie 20 000 Euro bezahlen!
Eberhard Unfried
Quelle: tz