Nach dem Erpressungsskandal greift Milliardärin Susanne Klatten jetzt tief in die Tasche.

© dpa
Susanne Klatten konzentriert sich wieder aufs Geschäftliche.
Die Milliardärin Susanne Klatten will den Spezialchemiekonzern ALTANA im derzeitigen turbulenten konjunkturellen Umfeld komplett übernehmen. Die zum Klatten-Imperium gehörende SKion GmbH wolle 13 Euro je ALTANA-Aktie und damit eine Prämie von 38,4 Prozent auf den Schlusskurs vom Vortag zahlen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Wesel mit. Klatten hält bereits 50,1 Prozent der ALTANA-Aktien. Die restlichen 49,9 Prozent der Aktien würden bei einem Preis von 13 Euro rund 910 Millionen Euro kosten.
Mit dem deutlichen Aufschlag wolle SKion den ALTANA-Vorstand “unterstützen, seine Unternehmensstrategie weiter fortzusetzen“, sagte Jörg Appelhans, Sprecher der Quandt-Familie und der SKion GmbH der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Finanzierung erfolge ausschließlich über Barmittel von Frau Klatten. SKion will die Übernahme noch vor Ende 2008 unter Dach und Fach bringen. Klatten hatte den Pharmabereich von ALTANA Ende 2006 für gut 4,6 Milliarden Euro verkauft und den Erlös in die SKion GmbH eingebracht. Seitdem konzentriert sich ALTANA auf das kleinere Spezialchemiegeschäft.
Aufgrund der starken weltweiten Konjunktureintrübung hätten sich die wirtschaftlichen Aussichten im Jahresverlauf 2008 deutlich verschlechtert, teilte ALTANA bei Vorlage der Bilanz für die ersten neun Monate am Donnerstag mit. ALTANA erwartet 2008 nur noch einen Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres von 1,38 Milliarden Euro oder leicht darüber. Für 2009 gab ALTANA noch keine Prognose ab.
Wegen belastender Wechselkurseffekte hatte der im MDAX notierte Konzern die Umsatzprognose im Sommer zum zweiten Mal in diesem Jahr angepasst auf 1,41 bis 1,45 Milliarden Euro. Damals wurde ein operatives Ergebnis (EBITDA) zwischen 260 und 280 Millionen Euro erwartet, nach 248 Millionen Euro im Vorjahr. Nun rechnet ALTANA mit einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen am unteren Ende der Spanne. Das Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) werde 2008 geringer ausfallen als 2007. Ursache für den Rückgang sei der Wegfall der Erträge aus der Anlage des Kaufpreises für ALTANA Pharma, die bis zur Ausschüttung an die Aktionäre im Mai 2007 angefallen seien.
In den ersten neun Monaten sorgten bei ALTANA weiterhin negativen Währungseffekte für starken Gegenwind: Der Umsatz stagnierte mit 1,067 Milliarden Euro fast auf Vorjahresniveau. Das EBITDA stieg von 192,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 213,1 Millionen Euro.
Quelle: DPA



Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!
Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.
Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.
Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.