Die gute Nachricht zuerst: In diesem Herbst fahren die S-Bahn-Züge trotz wetterbedingt schmieriger Gleise und Baustellen zuverlässiger als 2007.

© dpa
Sie Münchner S-Bahn und die Pünktlichkeit - ein Reizthema.
„Die Pünktlichkeit liegt um sechs Prozent höher als im Vorjahr“, berichtet S-Bahn-Chef Michael Wuth. Die schlechte Nachricht: Das Pünktlichkeits-Niveau ist erschreckend niedrig. Nur 88 Prozent aller S-Bahnen sind pünktlich. Das klingt zwar gut, ist es aber nicht: Nach DB-Definition gilt ein Zug als pünktlich, wenn er weniger als fünf Minuten verspätet ist. Bei Verspätungen ab einer Minute räumt Wuth ein, dass oft nur jeder zweite Zug pünktlich ist. Wuth: „Es ist nicht die Pünktlichkeit, die wir uns wünschen.“ Erfahrungsgemäß schaukeln sich Verspätungen tagsüber auf, sodass es Tage gibt, an denen im Nachmittagsverkehr fast jeder Zug eine kleine Verspätung hat – bei knappen Busanschlüssen in der Region heißt das oft warten.
Schuld ist freilich nicht die S-Bahn. Ursache sind vor allem Auflagen des Eisenbahnbundesamtes, wonach die Triebzüge im Herbst nur 125 statt 140/km/h und auf schmierfilmanfälligen Strecken 100 km/h fahren dürfen. Der Fahrplan ist somit nur schwer einzuhalten. Der Schmierfilm entsteht durch Feuchtigkeit und Laub, dass bei unvorsichtigem Bremsen die Metallräder auf den Schienen leicht rutschen lässt, sodass ein sicherer Halt am Signal oder Bahnhof bei hohem Tempo schwierig wird.
Mit zusätzlichen Fahrzeugen an den End-Haltestellen, geänderten Fahrplänen und dem Entfall der Verstärker-Züge auf der S 2 und 5 hat die S-Bahn versucht, die Züge pünktlicher zu machen. Ab 14. Dezember entfallen die Beschränkungen wieder. Bis zum nächsten Herbst sollen alle Züge zusätzliche Sandstrahler und Magnetschienen-Bremsen erhalten. Dann könnten die Auflagen ganz entfallen.
Erfreulich: Die Lokführer werden weiterhin vor Abfahrt aus dem Fenster schauen und darauf achten, dass niemand zurückbleibt. Vor Abschaltung der Lichtschranken hatte die DB auf diesen „Serviceblick“ verzichtet, weshalb es oft Beschwerden gab.
Quelle: tz



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