Karl D. - Nachbarn spenden für seine Witwe
208.06.10|München|Facebook
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München - Rund um den Hochvogelplatz in Harlaching reden die Anwohner nur über ein Thema – das Todesdrama von der Isar.

Ein Bild aus glücklichen Tagen: Karl D. im Urlaub.
Ihr Nachbar Karl D. (40) war am Sonntag in dem reißenden Fluss gestorben, als er seinen zweijährigen Sohn aus der Wasserwalze an der Marienklause retten wollte. „Das ist so furchtbar, wir alle haben ihn gekannt“, sagt eine Nachbarin mit Tränen in den Augen.
Um der hochschwangeren Frau und ihren beiden Kindern zu helfen, sammeln die Anwohner jetzt für die Beerdigung von Karl D. Eine Nachbarin der Familie ist schon am Montag von Haus zu Haus gegangen und hat um eine kleine Spende gebeten. Mehrere hundert Euro sind dabei zusammengekommen. „Das ist das Mindeste, was wir machen können“, sagt ein Mann, der gerade einen Schein in die Büchse gesteckt hat.
Auch der Inhaber eines Obstladens am Hochvogelplatz hat eine Sammeldose aufgestellt. „Für unseren Freund Karl und Familie“ steht darauf. Daneben liegt eine Trauerkarte. Viele Spender haben ihre Anteilnahme schon ausgedrückt. „Die Spenden gehen direkt an Karls Frau“, sagt der Geschäftsmann. In der wenigen Schritte entfernten Hochvogel-Apotheke liegt seit gestern ebenfalls eine Kondolenzliste aus. Auch hier können die Kunden für die verwitwete Mutter und ihren Kinder spenden. „Herr D. war hier lange Kunde, wir wollen seiner Frau in dieser schweren Zeit helfen“, sagt Inhaberin Edith Michel.
Auch Raimondo Pintus, Wirt vom Ristorante Degli Artisti am Hochvogelplatz, macht mit bei der Spendenaktion für die Familie des toten Nachbars. „Meine Gäste spenden sicher auch. Schließlich kennt hier jeder jeden.“
Jacob Mell
Dramatische Bilder vom Sonntag
Die Spuren der großen Flut
Ein Toter und ein vermisstes Kindsind die erschütternde Bilanz des Juni-Hochwassers 2010. Auch an Straßen und Wegen hat die Welle Schäden hinterlassen. So wurde eine Straße in den Hochwasserwiesen an der Reichenbachbrücke unterspült. Dort gähnten knietiefe Löcher, weshalb die Straße noch am Montag gesperrt worden war. Am Dienstag füllten städtische Arbeiter die Löcher schon wieder mit Kies auf. Auch unterhalb des Öberföhringer Wehrs wurde der Geh- und Radweh am Ostufer der Isar gesperrt. An der neuen Weideninsel an der Au wurde ein frisch gepflanzter Baum umgerissen. Ansonsten muss viel Totholz weggeschafft werden, das an Brücken und Wehren beim nächsten Hochwasser gefährliche Barrieren bilden könnte. Bäume, die in den Hochwasserwiesen liegen geblieben sind, dürfen allerdings dort bleiben.
We.
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