München - Klirrende Kälte - und das seit Donnerstag. Auf bis zu minus 18 Grad sank das Quecksilber in der Nacht zum Samstag etwa in Perlach. An den Münchner Bächen und Kanälen sorgt das für ungewohnte Gefahr.

© Welte
Am Petuelpark rücken diese Arbeiter dem Grundeis und auch dem Randeis im Nymphenburg-Biedersteiner Kanal mit Pickel und Rechen zu Leibe.
An der Sohle der Gewässer bildet sich Grundeis, und das sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass das Wasser über die Ufer tritt. Genau das ist am frühen Samstagmorgen in Perlach geschehen. Grundeis entsteht dann, wenn der Bodenfrost so weit in die Tiefe reicht, dass auch die Sohle der Gewässer gefroren ist. Meistens sind künstliche Gewässer betroffen, die nicht mit dem Grundwasser in Verbindung stehen, das stets Temperaturen über Null Grad hat. Das Grundeis bildet regelrechte Skulpturen aus sulzigen Eiskristallen.
Und auch andernorts kämpfen die Einsatzkräfte rund um die Uhr gegen das gefährliche Grundeis: Am Schwebelbach im Norden Münchens und am Nymphenburg-Biedersteiner Kanal, der quer durch Gern und Schwabing zum Englischen Garten fließt, rückten die Arbeiter des Wasserwirtschaftsamtes und der Stadt dem Grundeis mit Pickeln und Rechen zu Leibe, auch kleine Bagger sind im Einsatz. Der kleinen Würm wurde das Wasser ganz abgedreht. Für die Fische kann das zum Verhängnis werden: Wenn das stehende Wasser zum Boden durchfriert, müssen die Tiere sterben.
Johannes Welte



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