München - In einer lichtdurchfluteten Halle soll in Sendling unter einem denkmalgeschützten Dach ein Schmankerl-Paradies im Ambiente der vorletzten Jahrhundertwende entstehen.

© Kruse
Hier entsteht das neue Schmankerlparadies: Die vordere denkmalgeschützte Großmarkthalle wird saniert, die Hallen mit den Flachdächern weichen einem Neubau
Die ersten Erdbeeren der Saison beschnuppern, ein Scheibchen San-Daniele-Schinken aus Italien probieren, sich eine frische Goldbrasse einpacken lassen – und das auch noch in einer lichtdurchfluteten Halle unter einem denkmalgeschützten Dach. Das alles soll in wenigen Jahren in den Großmarkthallen für Jedermann möglich sein. Die Stadt will die Hallen umbauen und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Damit entsteht ein Schmankerl-Paradies im Ambiente der vorletzten Jahrhundertwende.
Die 1912 errichteten und nach schweren Kriegsschäden hastig erneuerten Hallen sind völlig marode (tz berichtete). Nur Dutzende im Keller eingezogene Stahlstützen verhindern den Einsturz. „Die Kellerdecken sind auf Pferdekutschen ausgerichtet und nicht für 40 Tonnen schwere Lastwagen“, erläutert Kommunalreferentin Gabriele Friderich. Sie plant für den Großmarkt einen Neubau an der Schäftlarnstraße.
Damit werden die sechs bisherigen Großmarkthallen frei. Markthallenchef Rainer Hechinger: „Die denkmalgeschützte Halle 1 bleibt stehen, die Hallen 2 bis 6 werden abgerissen. An ihrer Stelle wird ein neuer Anbau an die alte Halle 1 errichtet.“ Das Kommunalreferat nennt das Projekt Lebensmittelfrischezentrum. In diese Schmankerlhalle werden künftig die Spezialitätenmärkte einziehen, die jetzt im Viehhofgelände an der Zenettistraße logieren. Hier decken sich schon heute Kenner mit Fleisch und Wurst, Käse, Fisch oder internationaler Feinkost ein. Diese Geschäfte sollen einem Wohngebiet Platz machen. Mit dem Grundstücksverkauf soll der Umbau der Markthallen finanziert werden.
Wann das Projekt startet? Kommunalreferentin Friderich: „Bis Mitte 2012 soll das Finanzierungskonzept für den Neubau stehen.“ Frühestens 2014 könnten die Großhändler dann dorthin umziehen – anschließend wäre Startschuss für den Umbau der Markthallen zum Schmankerlparadies. Wann wir dort zum ersten Mal schlemmen können – Friderich will sich „noch nicht festlegen“.
Johannes Welte
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