Die Hypo Real Estate hat den Bann gebrochen. Der schwer angeschlagene Konzern greift als erste Privatbank in Deutschland nach dem Rettungsring der Bundesregierung, um nicht unterzugehen.

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Hypo Real Estate kämpft weiter mit großen Problemen.
Ob sich nach dem Hilferuf aus München nun auch andere deutsche Großbanken aus der Deckung wagen und das 500 Milliarden Euro schwere Paket für die Finanzbranche in Anspruch nehmen, ist nach Ansicht von Bankexperten aber ungewiss. Da der Immobilienfinanzierer schon vor Wochen vor dem Zusammenbruch stand, sei er für die anderen kein Vorbild mehr. “Die Hypo Real Estate hat keinen Ruf mehr zu verlieren“, sagte Bankenexperte Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim am Mittwoch.
In einer dramatischen Aktion war der Konzern Anfang des Monats mit Hilfe von Banken und Bundesregierung vor dem Kollaps bewahrt worden. 50 Milliarden Euro sicherten die Banken mit Rückendeckung durch den Bund zu, um die Hypo Real Estate (HRE) zu stabilisieren und damit ein Erdbeben in der deutschen Finanzbranche zu verhindern. Vorstandschef Georg Funke musste seinen Stuhl räumen und ihn dem Deutsche Bank- Manager Axel Wieandt überlassen.
Das dürfte ganz im Sinne der Erfinder des Rettungspakets sein. Die Bundesregierung hat deutlich an angeschlagene Finanzunternehmen appelliert, das im Eilverfahren beschlossene Rettungspaket nun auch in Anspruch zu nehmen. Trotzdem hoben bis jetzt nur drei Landesbanken den Finger. Als erste meldete in der vergangenen Woche die BayernLB einen Bedarf von 6,4 Milliarden Euro an, inzwischen gelten auch WestLB und HSH Nordbank als Kandidaten für die staatliche Hilfe.
Nicht zuletzt dürften auch finanzielle Überlegungen eine Rolle spielen. Als Manager notleidender Banken würden die Vorstände einen Großteil ihres oft millionenschweren Einkommens verlieren, sie dürften dann nur noch maximal 500 000 Euro verdienen. Die von der Bundesregierung angeordnete Gehaltsobergrenze soll schon bei der BayernLB für Probleme gesorgt haben. CSU-Chef Horst Seehofer wollte deren Vorstandschef Michael Kemmer wegen der Probleme der halbstaatlichen Bank eigentlich längst vor die Tür setzen. Um nicht führungslos dazustehen, hätte die zweitgrößte deutsche Landesbank in ihrer schwersten Krise dann aber von heute auf morgen einen neuen Chef finden müssen. Das wäre nach Angaben aus Bankkreisen zu diesen Konditionen aber nicht gelungen. “Wer findet sich denn für 500 000 Euro für so ein Himmelfahrtskommando?“
Quelle: DPA



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