716.07.08|München|
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Ein Mann hat in Haidhausen seiner von ihm getrennt lebenden Frau auf offener Straße mit einer Glasscherbe das Gesicht und den Hals aufgeschlitzt.

© Kruse
Kurz vor dem Stahlgrubercenter lauerte der Täter seiner Frau auf.
Er bückte sich und küsste seine Tochter. Vielleicht hat das Kind dabei sogar gelächelt. Sekunden später richtet sich Recai H. (45) auf – und rammt seiner Ehefrau (46) eine abgebrochene Glasflasche ins Gesicht. Eiskalt. Auf offener Straße vor dem Stahlgrubercenter, vor den Augen der Tochter. Selbst als das Opfer wehrlos am Boden liegt, sticht Recai H. weiter zu, verfehlt nur haarscharf die Halsschlagader.
Dass die Mutter von drei Kindern am Dienstag überlebt, hat sie zwei Männern (21 und 19) zu verdanken. Sie sehen die Bluttat, reißen den Mann von seiner wehrlosen Frau weg. Sie retten Hacihan H. das Leben – in allerletzter Sekunde.
Die Retter rufen den Notarzt und die Polizei. Sie halten den Täter fest, das kleine Mädchen steht verstört daneben. Ihr Vater ist selbst dann noch eiskalt, als er sieht, wie seine Frau mit dem Tod ringt: „Hoffentlich stirbt die Frau, hoffentlich sind die Nerven durchgeschnitten“, sagt er zu den Männern, die ihn festhalten. Hacihan H. kommt sofort mit ihrer Tochter ins Krankenhaus. Die Ärzte versorgen die zwei Zentimeter tiefen Stichwunden im Gesicht und am Hals. Das Mädchen wird psychologisch betreut, es hat einen schweren Schock.
Der Täter, er hat fast 4 Prommille Alkohol im Blut, wird von Polizisten festgenommen. Der Ermittlungsrichter erlässt Haftbefehl wegen versuchten Mordes. „Er hat mit menschenverachtender Brutalität gehandelt“, sagt Polzeisprecher Andreas Ruch.
Recai H. durfte sich seit März diesen Jahres seiner Frau nicht mehr nähern. Er hatte ein Kontaktverbot, weil er ihr gegenüber gewalttätig geworden war. Seitdem lebte der Arbeitslose in einer Männerunterkunft an der Pilgersheimer Straße in Untergiesing.
Das Ehepaar ist seit 25 Jahren verheiratet, sie haben zusammen drei Kinder: die Tochter und zwei erwachsene Söhne, 22 und 21 Jahre alt. Diese wohnen nicht mehr zu Hause.
Am jenem Dienstag lauerte Recai H. seiner Frau gezielt an der Bothestraße vorm Stahlgrubercenter auf. Er wusste, dass seine Frau gegen 16.45 Uhr diesen Weg gehen würde. Hacihan H. holte um diese Zeit stets ihre Tochter vom Hort ab.
Es wäre fast zum letzten Mal gewesen.
Quelle: tz

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