München/Nürnberg - Dürers Selbstbildnis im Pelzrock aus dem Jahr 1500 macht den Riss zwischen Nürnberg und München immer größer – und das im Wortsinn. Wer hat das Bild beschädigt?

© Staatsgemäldesammlungen
Dürers „Selbstporträt im Pelzrock“
Denn das berühmteste Selbstporträt Dürers, das in der Alten Pinakothek in München hängt, ist beschädigt. Das sagte Klaus Schrenk, Direktor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München, am Mittwoch der tz: „Das Gemälde ist auf Holz gemalt, und am unteren Bildrand befindet sich eine offene Fuge von zwölf Zentimetern Länge, dazu gibt es Risse am oberen Bildrand.“
Zudem sei das Bild nach der letzten Ausleihe nach Nürnberg vor gut 40 Jahren beschädigt gewesen. Das belegten unmittelbar danach angefertigte Fotos des hauseigenen Doerner-Instituts, berichtete Schrenk am Mittwoch. Allerdings sei das Nürnberger Museum seinerzeit nicht darüber informiert worden. Das Germanische Nationalmuseum hatte noch am Vortag erklärt, ihm sei von solchen Beschädigungen des Holzgemäldes nichts bekannt.
Ein Sprecherin des Germanischen Nationalmuseums hielt am Mittwoch allerdings weiter an der Bewertung der Museumsleitung fest: Es sei eine „Tatsache“, dass das Bild seinerzeit Nürnberg unbeschädigt verlassen habe. „Wenn die Staatsgemäldesammlungen das Bild allerdings nicht für nicht transportierbar halten, werden wir das akzeptieren“, so die Sprecherin.
Das Germanische Nationalmuseum in Dürers Heimatstadt Nürnberg will das Werk für seine große Dürer-Ausstellung, die im Mai beginnt, ausleihen. Die Alte Pinakothek in München lehnt das ab. In der vergangenen Woche hatten sich alle fünf Landtagsfraktionen dafür ausgesprochen, das Bild nach Nürnberg auszuleihen.
dpa/mb



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