Skandal um Pete Doherty: BR spielt seinen peinlichen Auftritt herunter

Doherty-Skandal: BR spielt seinen peinlichen Auftritt herunter

030.11.09|München|11 Kommentare
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

München - Der Bayerische Rundfunk hat den betrunkenen Pete Doherty im Funkhaus und live im Radio die Nazi-Hymne singen lassen. Nun spielt der öffentlich-rechtliche Sender den Vorfall herunter.

Niemand drehte dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab.

© dpa

Niemand drehte dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab.

Der Bayerische Rundfunk lässt einen torkelnden Mann im Funkhaus und live im Radio die Nazi-Hymne singen: „Deutschland, Deutschland, über alles …“ Niemand dreht dem britischen Rocker Pete Doherty (30) den Saft ab. Im Publikum drohen Tumulte, schließlich müssen die Verantwortlichen den Auftritt doch abbrechen. Der Skandal interessiert ganz Deutschland und das benachbarte Ausland. Und was hat der BR dazu zu sagen? „So schlimm ist es nun auch wieder nicht“, meinte Sprecher Rudi Küffner zur tz.

Der öffentlich-rechtliche Sender bemühte sich am Montag, den Vorfall runterzuspielen. „Lassen wir mal die Kirche im Dorf“, sagt Küffner. „Das Lied ist ja nicht einmal justiziabel.“ Recht hat er. Die erste Strophe des Deutschlandliedes ist nicht verboten, die Aufführung nicht strafbar. Darum singen es die Neonazis ja auch so gerne bei ihren Veranstaltungen. Muss man den Text im gebührenfinanzierten Rundfunk dulden? Offenbar schon. Denn der BR habe wie Sprecher Küffner sagt, keine Fehler gemacht.

Apropos Gebühren. Über eine Gage für den Skandal-Rocker Doherty konnte der BR am Montag keine Angaben machen. Alles sei ja völlig spontan gewesen. Beim Festival des BR-Jugendsenders on3 am Samstag klang das noch anders. Da erklärte eine Moderatorin, dass sie Doherty schon am Freitag auf einen Glühwein getroffen habe.

 Das BR-Konzert war übrigens nicht der einzige Überraschungsauftritt Dohertys am Samstag. Davor hatte er im Atomic Café in der Innenstadt gespielt – und war im Suff ins Schlagzeug gestürzt. Der Sender hätte also vorgewarnt sein können. Nichtsdestotrotz verlangte der BR eine Entschuldigung. Auf die wird der Sender wohl lange warten müssen, das gesteht Sprecher Küffner selbst ein.

Für Doherty wird die Sache – so er sie noch wahrgenommen hat – eine weitere München-Anekdote sein. Die bislang beste geht so: Beim Konzert vor sechs Jahren musste er nachts aus der Wohnung einer liebestollen Anhängerin fliehen, die seine Klamotten weggesperrt hatte. Also klaute Doherty ein Radl und flüchtete nackt durch Schwabing. Am Sonntag stand der Sänger noch einmal im Backstage auf der Bühne. Da hinterließ er einen wesentlich aufgeräumteren Eindruck beim Publikum.

tz

zurück zur Übersicht: München

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

Soko im Mordfall Zimmermann aufgelöst

Region||1

Soko im Mordfall Zimmermann aufgelöst

Egmating - Die Ermittlungsarbeit der Polizei führte nicht zum Ziel: Der Mörder von Luise Zimmermann läuft nach wie vor frei herum. Tausende Spuren hat die „Soko Kaltenbrunn“ geprüft. Ohne Erfolg. Jetzt wurde sie aufgelöst.Mehr...

Kommentare

Top Artikel aus München:

  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
Bluttat im Gerichtssaal: Staatsanwalt (31) stirbt

Dachau - Bluttat im Gerichtssaal: Am Mittwochnachmittag hat im Dachauer Amtsgericht ein Mann bei seiner Verhandlung auf mehrere Menschen geschossen. Ein junger Staatsanwalt wurde getötet.Mehr...

Die tz-App für das iPad ist da!

München - Die tz lesen wann und wo Sie wollen - das bietet die neue tz-ePaper-App für das iPad. Was die digitale Zeitung alles kann und wie Sie an die App rankommen, erfahren Sie hier:Mehr...

Immer mehr Zuagroaste! Wo die echten Münchner wohnen

München - In München gibt es immer mehr Zuagroaste! Die echten Münchner Kindl machen nur noch einen Bruchteil der Einwohner aus. Wir zeigen Ihnen, in welchen Stadtteilen sie leben.Mehr...

Auf Rauchverbot hingewiesen - Schläge und Tritte kassiert

München - Er hatte nur auf das Rauchverbot am Hauptbahnhof hingewiesen. Dafür bezog ein 49-Jähriger Schläge und Tritte. Ein anderer Raucher griff die Bahnbediensteten an.Mehr...

Memo-Spiel Münchner Promis

Weitere Artikel aus München:

Magdalena Neuner: Ein Stalker auf dem Balkon

München - Biathlon-Star Magdalena Neuner traute ihren Augen nicht, als nachts jemand auf ihrem Balkon stand und gegen die Scheibe klopfte. Ein Stalker belästigte die 24-Jährige und steht jetzt vor Gericht.Mehr...

Doppelmord: Obduktion bestätigt grausamen Todeskampf
Doppelmord: "Der schlimmste Fall meines Lebens"

München - Wie grausam die beiden Schwestern Chiara und Sharon getötet worden sind, hat ein Rechtsmediziner jetzt vor dem Landgericht München II berichtet. Demnach haben sie minutenlang um ihr Leben gekämpft.Mehr...

Aktuelle Videos

300-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk./static/tz-online/img/videohttp://www.tz-online.de/video/19114162371755456930window

AktuellesSportVideoLebenServiceAnzeigenAboÜber unsMedia

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de