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Die Münchner Tafel ist am Limit!

Die Münchner Tafel ist am Limit!

Wie ist es, jeden Tag am Existenzlimit zu leben? Nicht einmal zu wissen, wovon man Brot und Milch bezahlen soll? Immer mehr Münchner erleiden genau dieses Schicksal – denn die Armut wächst.

Die Schlangen vor der Münchner Tafel werden immer länger. Die Zahlen zeigen: Mittlerweile leben in Bayern rund 480 000 Menschen von Hartz IV.

© Schlaf

Die Schlangen vor der Münchner Tafel werden immer länger. Die Zahlen zeigen: Mittlerweile leben in Bayern rund 480 000 Menschen von Hartz IV.

Besonders zu spüren bekommt das derzeit die Münchner Tafel. Seit fast 25 Jahren kümmert sich der Hilfsverein um Bedürftige in der Stadt, versorgt sie mit kostenfreien Lebensmitteln. Aber nun schlägt Chefin Hannelore Kiethe Alarm: „Wir sind am Limit. So schlimm war es noch nie – wir werden von einer Welle von Bedürftigen überrollt.“

Wie dramatisch die Lage geworden ist, zeigen die nackten Zahlen: Mittlerweile versorgt die Münchner Tafel in der Stadt gut 16 000 Menschen pro Woche. „Vor gut vier Jahren waren es hingegen ‚nur‘ rund 10 000 Bedürftige“, sagt Hannelore Kiethe. „Die Schlangen werden täglich länger.“

So wie beispielsweise am Montag in Ramersdorf. Über 200 Menschen standen dort bei der Ausgabestelle der Münchner Tafel an, um Obst, Gemüse oder Brot zu bekommen. „Manchmal müssen wir Leute gar vertrösten, weil es einfach zu viele sind.“ 21 Ausgabestellen hat der Hilfsverein schon ins Leben gerufen, 360 Ehrenamtliche werkeln jede Woche fleißig mit. Was sie alle besonders traurig stimmt: Immer mehr Kinder warten in den Schlangen – sowie immer mehr alte Menschen. Der Grund ist klar: Viele alleinerziehende Mütter kommen mit Hartz IV oder ihren Niedriglöhnen nicht über die Runden – genauso wie viele Rentner. Kein Wunder, wenn die Durchschnittsrente mittlerweile bei nur 975 Euro bei Männern liegt. Das ist, wie gesagt, der Durchschnitt! Kiethe: „Natürlich wird jeder Empfänger unserer Lebensmittel vorher überprüft, ob er wirklich hilfsbedürftig ist. Das müssen wir einfach tun.“

Ihre Lebensmittel-Ausgabe finanziert die Tafel übrigens über Sponsoren – Unternehmer Claus Hipp beispielsweise sorgt für die Babynahrung – oder über Spenden. Daher freute sich Hannelore Kiethe gestern auch riesig, als die Münchner Polizei eine Spende von 4000 Euro übergab. Wer die Tafel unterstützen möchte, ist herzlich willkommen. Spenden bitte an: Münchner Tafel, HypoVereinsbank, Kontonummer: 68 50 19 33 10, Bankleitzahl 700 202 70.

Quelle: tz

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