Das sind die Pläne für die Residenzpost

Büronutzung oder vielleicht doch Luxushotel?

Das sind die Pläne für die Residenzpost

721.01.09|München|
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift  a /  A||

Hochkarätiger kann man sich die Lage einer Immobilie kaum vorstellen als die der ehemaligen Residenzpost – trotzdem fand sich keiner, der dort in ein weiteres Fünf-Sterne-Hotel investieren und es betreiben wollte.

Die Residenzpost am Max-Josef-Platz wird ab Sommer umgebaut - einst war sie Bayerns erstes Postamt.

© K. Haag

Die Residenzpost am Max-Josef-Platz wird ab Sommer umgebaut - einst war sie Bayerns erstes Postamt.

Das wäre eigentlich der Plan der Accumulata Immobilien Development und der LBBW Immobilien GmbH gewesen, die die Vierflügelanlage 2005 von der Post abgekauft haben. Der Traum von der Edelherberge ist noch nicht ganz aufgegeben, aber wahrscheinlicher ist eine Büronutzung, mit einigen Wohnungen oben sowie Einzelhandel im Erdgeschoss und zum Teil im Kellergeschoss.

Im Sommer ist Baubeginn hinter der florentinischen Fassade, so Sabine Hirschberger von der Accumulata. Denkmalschützer seien bereits bei der Arbeit, etwa in den Räumen, die bis Ende 2008 vom Café L‘Opera genutzt wurden. Die restlichen Zwischenmieter, etwa der Käfer-Lagerverkauf, müssen Ende Februar raus. Bevor mit den Entkernungs- und Aufbauarbeiten begonnen wird, werden auch Archäologen im Innenhof nach Hinterlassenschaften aus grauer Vorzeit graben – wie immer, wenn in der Altstadt gebaut wird.

Einen Bauvorbescheid gibt es sowohl für die Hotel- als auch die Bürovariante. Für Letztere liegt der Stadt auch schon ein Bauantrag vor. Gestern Abend stellten die Eigentümer das Projekt dem Bezirksausschuss Altstadt-Lehel vor. Dazu gehört auch die Baustellenlogistik, vor allem die Entsorgung des Aushubs für das Kellergeschoss und die zweigeschossige Tiefgarage.

Der Arkadengang Richtung Max-Josephs-Platz, der Mitte des 19. Jahrhunderts von Leo Klenze an das Stadtpalais (erbaut von 1747 bis 1765) angefügt wurde, ist denkmalgeschützt und bleibt vollständig erhalten, die Fassade am Hofgraben wird minimal verändert. Neu konzipiert wird die Residenzstraßenfront, auch die ausladende Treppe und die „Bullaugenfenster“ wird es nicht mehr geben.

Das Innere des Gebäudes, das 1834 von der Post gekauft und zum ersten Postamt Bayerns umgebaut wurde, ist nicht erhaltenswert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Bomben getroffen und ab 1950 wiederaufgebaut.

350 Millionen Euro sind für die Neugestaltung der rund 23 000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem 4300 Quadratmeter großen Areal vorgesehen. Der größte Teil in dem sechsgeschossigen Gebäude, nämlich 12 400 Quadratmeter, entfallen auf Büronutzung, 3200 Quadratmeter auf Einzelhandel und 1300 Quadratmeter auf Gastronomie. Nobel-Wohnungen entstehen auf 6400 Quadratmetern in den beiden obersten Geschossen.

Im Herbst 2009 wird der Grundstein gelegt, 2011 soll das Projekt fertig sein, so Sabine Hirschberger. Danach haben die Münchner die Gelegenheit, vom Opernplatz durch das neue Palais und seinen bisher wenig einladenden Innenhof zum Hofgraben zu schlendern.

Barbara Wimmer

Quelle: tz

zurück zur Übersicht: München

Schliessen

Artikel empfehlen

Empfehlen Sie diesen Artikel Ihren Freunden und Bekannten!

Fehleranzeige ausblenden

Es sind Fehler aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte berichtigen Sie oben aufgeführte Fehler und klicken danach noch einmal auf den Absenden Button.

Fehleranzeige ausblenden

Schwere Fehler sind aufgetreten!

  • Fehlertext

Bitte setzen Sie sich mit der technischen Abteilung in Verbindung.

  • Fehlertext

Achtung!

  • Fehlertext

Nicht alle Aufgaben konnten abgearbeitet werden.

Lesen Sie auch:

26-Jähriger prügelt sich am Ostbahnhof und zeigt danach die Polizisten an

München|58 Kommentare|1

Verkehrte Welt: Schläger zeigt Polizisten an

München - Weil die Bundespolizei ihn nach einer Schlägerei zur Räson bringen wollte, ist ein 26-Jähriger richtig wütend geworden: Er will nun rechtlich gegen die Beamten vorgehen.Mehr...

Kommentare

Top Artikel aus München:

  • Meist gelesen
  • Meist kommentiert
Bluttat im Gerichtssaal: Staatsanwalt (31) stirbt

Dachau - Bluttat im Gerichtssaal: Am Mittwochnachmittag hat im Dachauer Amtsgericht ein Mann bei seiner Verhandlung auf mehrere Menschen geschossen. Ein junger Staatsanwalt wurde getötet.Mehr...

Die tz-App für das iPad ist da!

München - Die tz lesen wann und wo Sie wollen - das bietet die neue tz-ePaper-App für das iPad. Was die digitale Zeitung alles kann und wie Sie an die App rankommen, erfahren Sie hier:Mehr...

Immer mehr Zuagroaste! Wo die echten Münchner wohnen

München - In München gibt es immer mehr Zuagroaste! Die echten Münchner Kindl machen nur noch einen Bruchteil der Einwohner aus. Wir zeigen Ihnen, in welchen Stadtteilen sie leben.Mehr...

RTL hat ihn aufgespürt: Das macht "Mehmet" heute

München - Unter dem Pseudonym "Mehmet" erlangte der Münchner Muhlis Ari (27) traurige Berühmtheit: Der Intensivtäter (über 100 Delikte) wurde mit 14 Jahren in die Türkei abgeschoben. Dort hat RTL ihn nun aufgespürt. Das macht Mehmet heute:Mehr...

Memo-Spiel Münchner Promis

Weitere Artikel aus München:

Paul-Gerhardt-Schule: Heizung streikt, Kinder bekamen "kältefrei"
Heizung streikt, Kinder bekamen "kältefrei"

Freising - Die sibirische Kälte hatte die Freisinger Paul-Gerhardt-Schule am Montag fest im Griff: Weil in Teilen des Schulhauses die Heizung ihren Dienst versagt hat, durften zahlreiche Kinder von der ersten bis zur vierten Klasse früher nach Hause. Dafür liefen im Sekretariat die Telefone heiß.Mehr...

Kälte sorgt für Störungen bei der Münchner S-Bahn
Pendler-Wut: Bahn hat mit Kälte zu kämpfen

München - Seit Tagen müssen Pendler am Bahnsteig geduldig sein: Die klirrende Kälte bringt zahlreiche Störungen im S-Bahn-Verkehr mit sich. Am Montag fielen etliche Züge aus - für Dienstag gelobt die Bahn Besserung. Ein Problem wird aber wohl auch dann für Ärger sorgen.Mehr...

Aktuelle Videos

300-cQsQSjKe1q6Y14uLo3ivuElQ2zsPqi5W8XyhmnDpmk./static/tz-online/img/videohttp://www.tz-online.de/video/19114162371755456930window

AktuellesSportVideoLebenServiceAnzeigenAboÜber unsMedia

Artikel lizenziert durch © tz-online
Weitere Lizenzierungen exklusiv über http://www.tz-online.de