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Hochkarätiger kann man sich die Lage einer Immobilie kaum vorstellen als die der ehemaligen Residenzpost – trotzdem fand sich keiner, der dort in ein weiteres Fünf-Sterne-Hotel investieren und es betreiben wollte.

© K. Haag
Die Residenzpost am Max-Josef-Platz wird ab Sommer umgebaut - einst war sie Bayerns erstes Postamt.
Das wäre eigentlich der Plan der Accumulata Immobilien Development und der LBBW Immobilien GmbH gewesen, die die Vierflügelanlage 2005 von der Post abgekauft haben. Der Traum von der Edelherberge ist noch nicht ganz aufgegeben, aber wahrscheinlicher ist eine Büronutzung, mit einigen Wohnungen oben sowie Einzelhandel im Erdgeschoss und zum Teil im Kellergeschoss.
Im Sommer ist Baubeginn hinter der florentinischen Fassade, so Sabine Hirschberger von der Accumulata. Denkmalschützer seien bereits bei der Arbeit, etwa in den Räumen, die bis Ende 2008 vom Café L‘Opera genutzt wurden. Die restlichen Zwischenmieter, etwa der Käfer-Lagerverkauf, müssen Ende Februar raus. Bevor mit den Entkernungs- und Aufbauarbeiten begonnen wird, werden auch Archäologen im Innenhof nach Hinterlassenschaften aus grauer Vorzeit graben – wie immer, wenn in der Altstadt gebaut wird.
Einen Bauvorbescheid gibt es sowohl für die Hotel- als auch die Bürovariante. Für Letztere liegt der Stadt auch schon ein Bauantrag vor. Gestern Abend stellten die Eigentümer das Projekt dem Bezirksausschuss Altstadt-Lehel vor. Dazu gehört auch die Baustellenlogistik, vor allem die Entsorgung des Aushubs für das Kellergeschoss und die zweigeschossige Tiefgarage.
Der Arkadengang Richtung Max-Josephs-Platz, der Mitte des 19. Jahrhunderts von Leo Klenze an das Stadtpalais (erbaut von 1747 bis 1765) angefügt wurde, ist denkmalgeschützt und bleibt vollständig erhalten, die Fassade am Hofgraben wird minimal verändert. Neu konzipiert wird die Residenzstraßenfront, auch die ausladende Treppe und die „Bullaugenfenster“ wird es nicht mehr geben.
Das Innere des Gebäudes, das 1834 von der Post gekauft und zum ersten Postamt Bayerns umgebaut wurde, ist nicht erhaltenswert. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Bomben getroffen und ab 1950 wiederaufgebaut.
350 Millionen Euro sind für die Neugestaltung der rund 23 000 Quadratmeter Nutzfläche auf dem 4300 Quadratmeter großen Areal vorgesehen. Der größte Teil in dem sechsgeschossigen Gebäude, nämlich 12 400 Quadratmeter, entfallen auf Büronutzung, 3200 Quadratmeter auf Einzelhandel und 1300 Quadratmeter auf Gastronomie. Nobel-Wohnungen entstehen auf 6400 Quadratmetern in den beiden obersten Geschossen.
Im Herbst 2009 wird der Grundstein gelegt, 2011 soll das Projekt fertig sein, so Sabine Hirschberger. Danach haben die Münchner die Gelegenheit, vom Opernplatz durch das neue Palais und seinen bisher wenig einladenden Innenhof zum Hofgraben zu schlendern.
Barbara Wimmer
Quelle: tz

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