München - Münchnen hat ein Zeichen gesetzt: Rund 5000 Menschen demonstrierten am Samstag gegen einen Nazi-Aufmarsch am Isartorplatz und vor der Staatskanzlei.

© Kurzendörfer
Alt-Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel demonstrierte gemeinsam mit dem katholischen Weihbischof Engelbert Siebler (Mitte) und der evangelische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (links) gegen den Nazi-Aufmarsch.
„München ist und bleibt bunt“, rief Oberbürgermeister Christian Ude bei der zentralen Gegenkundgebung am Sendlinger Tor ins Mikrofon. Gut 1000 Menschen klatschten lautstark Beifall. Sie schwenkten Transparente, auf denen Worte wie „Nazis raus“ geschrieben waren. Zu der Kundgebung waren auch Vertreter der Kirchen sowie Politiker von CSU, SPD und der Grünen gekommen.
Die Auftaktkundgebung der Neonazis fand mit rund 100 Teilnehmern am Isartorplatz statt. Mit „Nazi raus!“- RufenundTrillerpfeifen empfingen etwa 1000 Münchner die zumeist jungen Neonazis, die sich hinter den Absperrgittern der Polizei aufgestellt hatten.
Entlang der Marschroute der Neonazis demonstrierten gut 4000 Menschen, darunter etwa 400 Linksextremisten. Aus deren Reihen flogen vereinzelt Plastikflaschen und Obst in Richtung der braunen Gesellen. Vereinzelt gerieten Autonome mit Polizisten aneinander, die sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray wehrten.
Ein letzter Versuch, den Nazi-Marsch mit einer Sitzblockade an der Kreuzung Prinzregenten/Franz-Josef- Strauß-Ring zu stoppen, scheiterte. Um ein Zusammentreffen zu verhindern, leitete die Polizei den Zug um und sperrte die Demonstranten von der Abschlusskundgebung vor der Staatskanzlei aus.
Knapp 2000 Polizisten aus München, Hessen und Berlin waren am Samstag im Einsatz, drei Beamte wurden leicht verletzt. 26 Linksextremisten wurden festgenommen, ein Neonazi ebenso. Er hatte „Sieg heil“ gerufen. Münchens Polizeivizepräsident und Einsatzleiter Robert Kopp: „Ein Dank gilt den Münchnern und allen friedlichen Demonstranten, die der Polizei großes Verständnis entgegengebracht haben.“
Um kurz nach 16 Uhr löste sich der braune Spuk am Samstagnachmittag auf – und die Stadt gehörte wieder allen Münchnern.
JM/CL
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