München - Das Ehepaar Rossi verkauft im Hirschgarten traditionelles italienisches Eis. Doch jetzt flatterte den Rossis ein Bußgeld ins Haus - weil eine Toilette fehlt. Die unglaubliche Geschichte.

© Westermann
Gabrio Rossi mit seinem Eis-Fahrradl und dem Bußgeldbescheid, der er vom KVR bekommen hat
Gabrio und Rosa Rossi sind im Hirschgarten vor allem bei den Kindern sehr beliebt: Das deutsch-italienische Künstler-Ehepaar verkauft dort traditionelles italienisches Eis, so genannte Granita. Doch der Attraktion im Münchner Westen droht das Aus. Die Stadt verlangt von den Eisverkäufern eine Personaltoilette!
Gabrio Rossi war wie vor den Kopf gestoßen: „Ja, meine Frau hatte die Sagrotan-Tücher vergessen und den Eisschaber an den Lenker gehängt, das passiert nicht wieder. Auf dem Gepäckträger habe ich jetzt zwei kleine Wasch- und Spülbecken montiert, dazu kommen Solarzellen zum Heizen des Wassers.“ Doch das mit der Personaltoilette bringt Rossi zur Verzweiflung: „Wie soll ich denn ein WC mitführen? Soll ich ein Dixi-Klo auf einen Anhänger montieren?“
Auf Nachfrage der tz beschwichtigt die KVR-Sprecherin Daniela Schlegel: „Der Bußgeldbescheid ist missverständlich formuliert und wird zurückgenommen.“ Rossi müsse keine eigene Toilette mitführen, doch er müsse nachweisen, dass er Zugang zur einer Personaltoilette hat. „Ein öffentliches WC geht nicht“, so Schlegel. „Es muss ein WC sein, in dem die Hygieneanforderungen höher sind als auf einer öffentlichen Toilette.“ Das könne etwa eine Desinfektionsspender für die Hände sein.
Herr Rossi fragte im Lokal am Hirschgarten, „doch dort lässt man mich nicht auf die Personaltoilette“. Nun radelt er eineinhalb Kilometer heim, wenn er mal muss. Und er will rund um den Hirschgarten andere Wirte fragen, ob sie ihn auf die Toilette lassen: „Ich hoffe, das klappt, sonst wäre das jammerschade. Ich denke, die Kinder würden uns und unser Schnee-Eis sehr vermissen.“
Johannes Welte
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