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Wer wird Millionär: Vera Pein aus Inning gewann 64.000 Euro

So lebt Günter Jauchs "Engel der Kinder"

Inning - Am Freitagabend gewann Vera Pein in der 1.000 Folge von "Wer wird Millionär" 64.000 Euro. Geld, das der "Engel der Kinder" sehr gut gebrauchen kann. Die tz war bei der Pflegemutter von sieben Kindern in Inning zu Besuch .

© RTL

Vera Pein zu Gast bei Günther Jauch.

Millionen Zuschauer von "Wer wird Millionär?" haben sich am Freitag mit Vera Pein gefreut. Die 55-Jährige aus Inning am Ammersee hat in der 1000. Ausgabe des RTL-Quiz’ 64 000 Euro gewonnen! Geld, das die Alleinerziehende von sieben (!) Kindern wirklich gebrauchen kann … Vera Pein spielte sich bis zur 125 000-Euro-Frage. Günther Jauch wollte von ihr folgenden Satz vervollständigt haben: „Zum ersten Mal Deutschlands ,Sportler des Jahres‘ wurde letztes Jahr ein …?“. Zur Auswahl standen A: Leichtathlet, B: über 30-Jähriger, C: Ausländer oder D: Mannschaftssportler.

„Ich hatte keine Ahnung“, gesteht Vera Pein im Gespräch mit der tz. Also stieg die Kandidatin aus – immerhin um 64 000 Euro reicher. Die richtige Antwort wäre D gewesen, Dirk Nowitzki.

1000 Folgen "Wer wird Millionär": Das waren die 1-Million-Fragen

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Vera Pein war als eine von vier „Helden des Alltags“ ausgewählt worden, an der Jubiläumsshow von "Wer wird Millionär?" teilzunehmen. „Ich weiß nicht, wie die auf mich gekommen sind“, sagt sie. „Eines Tages bekam ich einen Anruf von der Produktionsfirma, ob ich Lust hätte, dabei zu sein.“ Natürlich hatte sie Lust: „Ich wäre ja blöd gewesen, mir die Chance auf so viel Geld entgehen zu lassen!“ Die gelernte Arzthelferin ist alleinerziehende Pflegemutter. Über 40 (!) Kinder aus aller Welt hat sie in den vergangenen 18 Jahren in ihrer „Kinderinsel“ in Schlagenhofen, einem Ortsteil von Inning am Ammersee, betreut.

„Ich sehe meine Tätigkeit nicht als Beruf, sondern als Berufung“, sagt sie. Anfang der 90er-Jahre fing alles an. Vera Pein trennte sich von ihrem Mann, dem Vater ihrer eigenen beiden Kinder, und kehrte zurück nach Bayern. Auf der Suche nach einem Job interessierte sie sich zunächst für die Arbeit als Tagesmutter. „Ich habe einfach ein Händchen für Kinder“, sagt sie. „Es ist schön, ihnen beim Aufwachsen zuzusehen und ihnen eine Stütze zu sein.“ Sie ging zu Informationsveranstaltungen, nahm Kontakt zum Jugendamt auf, baute ein Vertrauensverhältnis mit den Verantwortlichen auf – und bekam schließlich nicht nur ein Tageskind, sondern gleich ihr erstes Pflegekind, ein Mädchen aus der näheren Umgebung, das zur Adoption freigegeben war und noch sieben Wochen auf seine „neue“ Familie warten musste. „Dieses kleine Mädchen, werde ich nie vergessen“, sagt Vera Pein.

Seitdem sind 20 Jahre vergangen, viele Kinder sind gekommen und nach Wochen, Monaten, manchmal sogar erst nach Jahren wieder gegangen. Zu manchen besteht heute noch Kontakt. „Sie gehören alle noch zu meinem Leben.“ Aktuell leben neben ihren leiblichen Kindern Alessandra (27) und Manuele (20) fünf Pflegekinder bei Vera Pein: Dieu-Merci (19), Victoria (16), Dinah (8), Alisha (7) und Aylin (5). Und sie sollen bei ihr bleiben. „Wir werden gemeinsam alt“, sagt Pein, und in ihrer Stimme klingt Stolz mit – aber auch ein Angst. Denn die finanzielle Situation ist mehr als angespannt. „Ich bekomme Pflegegeld vom Jugendamt und dazu das Kindergeld“, erzählt Vera Pein. „Aber ich habe gleichzeitig viele Kosten, das kann man sich ja vorstellen mit sieben Kindern. Ich möchte ihnen schließlich etwas bieten. Sie sollen Sport machen können oder ein Instrument lernen.“

Obwohl sie sparsam wirtschaftet und auch immer wieder mal eine Spende bekommt, „ist am Ende des Geldes immer noch was vom Monat da“, wie es die taffe Frau formuliert. Durch die 64 000 Euro von RTL sind nun nicht alle Probleme gelöst. Aber sie, der „Engel der Kinder“, kann erstmal durchatmen. „Ich werde als Erstes mein Konto ausgleichen“, sagt Vera Pein. Die Bank sei eh geduldig mit ihr gewesen. „Und dann müsste ich dringend etwas für meine Altersvorsorge tun.“ Der größte Batzen aber – der geht sicher für die Kinder drauf, oder? „Natürlich“, antwortet sie. „Und das soll auch so sein.“

Stefanie Thyssen

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