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Müller bittet die Konkurrenz um Hilfe

Brotlos: Müller bittet die Konkurrenz um Hilfe

München - Gähnende Leere in den Regalen! Müller-Brot-Kunden rieben sich am Mittwoch verwundert die Augen: In vielen der rund 260 Filialen der Großbäckerei sah es schon morgens um acht Uhr aus wie sonst kurz vor Ladenschluss.

© Rainer Lehmann

 Das Verkaufspersonal hatte weder Brot noch Kuchen und oft auch keine frischen Faschingskrapfen im Angebot. „Es gab einen Brand in unserer Zentrale in Neufahrn“, hieß es. Doch dann sickert durch: Das Unternehmen hat die Produktion gestoppt – wegen Hygieneproblemen!

Kurz nach 13.30 Uhr bestätigte dies das Landrats­amt Freising in einer Pressemitteilung. Demnach wurde die Produktion bereits am Montag eingestellt. Die Firmenleitung sei „freiwillig unserer Empfehlung gefolgt“, sagte Anita Fußeder, Pressesprecherin des Landratsamtes. Nach Angaben von Fußeder „handelt es sich um einen Zustand, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Es wurden bereits in der Vergangenheit immer wieder Anordnungen zur Beseitigung von Mängeln erlassen.“

Müller kam dem offenbar nur unzureichend nach. „In den vergangenen Wochen eskalierten die Zustände“, erklärte Fußeder gegenüber der tz. „Die festgestellten Mängel machen eine Grundreinigung zur Herstellung der Basishygiene und einen vollständigen Produktionsstopp erforderlich.“ Dieser wurde am Montag beschlossen.

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Laut tz-Infos soll sogar eine Spezialeinheit des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit aus Augsburg für Proben hinzugezogen worden sein. In einer Presseerklärung räumt das Unternehmen die Mängel ein und verspricht, dass man die „Empfehlungen“ der Kontrolleure sehr ernst nehme. Die Großbäckerei führt ferner eine „Wartung nach Schwelbrand in der Zentralsteuerung“ an, machte aber dazu keine näheren Angaben. Allerdings wussten weder Feuerwehr noch Polizei auf tz-Anfrage von einem Brand.

Außerdem heißt es von Müller, dass das Unternehmen weiterhin lieferbereit sei – und zwar vom Brot bis hin zu den Backwaren. Fragt sich nur, woher die Ware kommt. Nach tz-Informationen versuchte die Firmenleitung nach dem Produktionsstopp, die Konkurrenz um Hilfe zu bitten. Offensichtlich gelang dies nur in sehr kleinem Umfang. „Ich habe heute ganze drei Brote bekommen“, gestand eine frustrierte Filialkraft. „Die Wartungsarbeiten werden bis spätestens Ende dieser Woche abgeschlossen sein“, heißt es in der Müller-Erklärung.

Von Behördenseite gab es zur Länge des Produktionsstopps keine Aussage: „Fest steht, dass es erst wieder losgeht, wenn alles 100-prozentig in Ordnung ist. Und das werden unsere Kontrolleure prüfen.“ Laut Müller-Brot gab es „für den Verbraucher zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung“.

WDP, PW, DOS

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