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Wegen E-Books: Ikea baut Billy um

Wie Multimedia Möbeltrends setzt - und warum das berühmte Regal elf Zentimeter tiefer wird

Wegen E-Books: Ikea baut Billy um

München - Bücher ade? Noch ist es längst nicht so weit. Doch die elektronischen E-Books zum Herunterladen aus dem Internet und zum Lesen auf Kindle oder iPad werden immer erfolgreicher - und deshalb reagiert Ikea nun.

© dpa

Die Schweden bringen im Oktober erstmals seit der Einführung des legendären Billy-Regals 1979 ein komplett neues Modell auf den Markt, das elf Zentimeter tiefer ist als bisher. Die tz verrät, was dahintersteckt.

Weit über 41 Millionen Billys wurden bisher weltweit verkauft, davon allein mehr als 18 Millionen in Deutschland - und alle waren exakt 28 Zentimeter tief, ein perfektes Maß für ein klassisches Bücherregal. Doch das ändert sich nun. Denn, so das britische Wirtschaftsmagazin The Economist: "Ikea geht davon aus, dass Kunden ihre Regale zunehmend für Deko-Elemente, Nippes und ausgefallene Kaffeetisch-Prachtbände nutzen - also für alles außer für Bücher, die tatsächlich gelesen werden."

© dpaE-Books werden immer beliebter - Ikea reagiert.

Auch das Time Magazine lobt nun die Weitsicht des Schwedenmöbelhauses: "Es ist klar, dass die Bücherwelt einem digitalen Wandel unterworfen ist." Deshalb sind die neuen Billy-Regale künftig 39 Zentimeter tief - und werden auch teurer. Das kommende Standardmodell, 80 Zentimeter breit und 2,02 Meter hoch, kostet mit den neuen Maßen 69 Euro statt wie bisher maximal 59 Euro. Dafür kann es dann auch 42 statt wie bisher nur 30 Kilo tragen.

Kleiner Trost für alle Billy-Traditionalisten: Das gute alte 28-Zentimeter-Billy, das 1979 vom schwedischen Designer Gillis Lundgren (heute 82) gestaltet wurde und dessen Produktion nur vier (!) Sekunden dauert (im Gegensatz zum Aufbau), bleibt aber auch nach der jetzigen Kleinmöbel-Revolution weiter im Angebot. Dass neue Multimedia-Trends Einfluss auf die Möbelgestaltung haben, ist übrigens nichts wirklich Neues. So verkaufen sich zum Beispiel CD-Regale seit dem Siegeszug der MP3-Downloads immer schlechter. Und auf dem Internet-Portal futurezone.at klagt Manfred Warmuth, Marketingleiter der österreichischen Möbelketten Kika und Leiner: "Wände werden jetzt häufig freigehalten, damit man große Flachbildfernseher daran befestigen kann."

tz

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