Unterdießen - Auf der Heimfahrt von der Bundesliga-Endrunde der Stockschützen in Peiting verursacht eine Teilnehmerin aus dem Raum Regensburg auf der B17 bei Unterdießen einen Horror-Unfall. Bei dem Frontalzusammenstoß sterben zwei Menschen, drei weitere sind schwerstverletzt.

© Hans Herold
Beide Autos wurden bei dem Unfall völlig zerstört
Es ist ein Anblick des Grauens, das sich den Ersthelfern auf der B 17 Höhe Unterdießen am gestrigen Sonntagnachmittag bietet: Zwei Autos sind frontal zusammengestoßen. Teile liegen auf der Fahrbahn herum. Von den Vorderseiten der Fahrzeugwracks ist nicht mehr viel übrig. Den Fahrern beider Wagen kann nicht mehr geholfen werden: Sie sind auf der Stelle tot, sitzen eingeklemmt hinter dem Lenkrad.
Einer der Ersthelfer: Peter Preller aus Schongau, gelernter Rettungsassistent. Gemeinsam mit einem anderen Schongauer kommt er zufällig zur Unfallstelle. Gemeinsam reanimieren die beiden Männern einen Beifahrer. „Wir haben ihn wieder hergeholt, er hatte sogar wieder Eigenrhythmus“, erzählt Preller. Ein kleiner Lichtblick an einem so schwarzen Tag. Doch er währt nur von kurzer Dauer. „Es sieht nicht gut aus für den Mann“, berichtet wenig später die Polizei.
Er war gemeinsam mit drei Frauen auf dem Weg nach Hause von einer Veranstaltung, bei der nicht nur der Sport, sondern auch die Geselligkeit und das Beisammensein im Vordergrund steht: Die Bundesliga-Endrunde der Stockschützen in Peiting.
Jede Hilfe zu spät kam auch für den Fahrer des entgegenkommenden gelben Subaru, einen 56-jährigen Mann aus Osterzell. Er starb sofort an den Unfallstelle. Ebenfalls schwerstverletzt: sein Beifahrer. Er wurde mit einem dritten Rettungshubschrauber ebenfalls ins Klinikum Großhadern geflogen.
An der Unfallstelle sind mehr als 100 Feuerwehrmänner aus Leeder, Kinsau, Epfach, Denklingen, Unterdießen und Reichling. Insgesamt acht Fahrzeuge sind im Einsatz. Es dauert lange, bis die Männer an diesem düsteren Sonntagnachmittag nach Hause können: Erst muss der Gutachter die Unfallstelle in Augenschein nehmen. Die Arbeiten gestalten sich als schwierig als auch noch eine Mischung aus Schneesturm und Gewitter über den Unfallort hereinbricht und innerhalb weniger Minuten die Autowracks mit den ungeborgenen Toten im Schnee versinken lässt.
Überhaupt ist es schwer zu sagen, wie das alles überhaupt passieren konnte. Warum ist der Wagen der Stockschützin auf dem Weg von Landsberg auf die Gegenfahrbahn gekommen? Das zumindest nimmt die Polizei zunächst als Unfallursache an. „Aber so genau sagen kann man das nicht, das muss der Gutachter herausfinden“, so ein Sprecher der Polizei. Hier etwas zu rekonstruieren ist vor Ort kaum möglich. „Vielleicht waren auch beide Autos nicht ganz auf ihrer Fahrbahn?“, so der Polizist. Die Fahrer können diese Frage nicht mehr beantworten. Glatt war es jedenfalls nicht. „Drei Grad plus, nasse Fahrbahn.“
Und trotzdem fröstelt es angesichts dieses Anblicks nicht nur die Retter oder die Feuerwehrmänner aus Kinsau, die die Autofahrer umlenken. Fast vier Stunden ist die B 17 beidseitig gesperrt. Viel länger dauern wird es, bis sich die traurige Nachricht bei allen Teilnehmern des Peitinger Stockschützenturniers setzt. Die erste Reaktion von Pressesprecherin Doris Lindner: „Mir schlackern die Knie, ich bin fix und fertig.“
Von Barbara Schlotterer-Fuchs
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