Bergrettung: Einsatz wegen Plüschtier-Frosch am Wilden Kaiser

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    • 13.12.11
    • Bayern
    • 21
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Verrückte Bergrettung wegen Plüschfrosch

Gröbenzell - Quak! Das ist wohl die verrückteste Rettungsaktion des Jahres! Bergführer Markus Fleischmann war fast acht Stunden am Wilden Kaiser auf der Suche nach einem Plüschfrosch unterwegs.

© Fleischmann

Der Frosch-Retter: Markus Fleischmann.

Das Ehepaar B. aus Gröbenzell war auf einer Klettertour am Wilden Kaiser in Tirol unterwegs – mit dabei ihr Talisman: ein Plüschfrosch. Doch am Gipfel der Hinteren Goinger Halt (2192 Meter) stürzte das Tier ab. Acht Stunden lang rückte daraufhin ein Bergführer aus, um das Tier zu retten!

„Frosch“, der Frosch, ist schon seit etwa 15 Jahren ständiger Begleiter von Hausfrau Doris (53) und Diplomingenieur Jürgen (54) B. Auf einem Flohmarkt hatte das grüne Kerlchen sie einst mit seinen großen Augen verzaubert – für drei Mark kauften sie ihr neues Familienmitglied. Seit die vier Kinder aus dem Haus sind, ist „Frosch“ auf Reisen in Europa und auf Bergtouren dabei. Gibt’s mal Streit – „Frosch“ lächelt, und alle versöhnen sich wieder.

Umso größer der Schock, als „Frosch“ abstürzt und in einer Felsspalte verschwindet! „Wir suchten noch zwei Tage lang, reisten dann traurig ab“, erzählt das Paar.

Sie alarmieren den Deutschen Alpenverein, der seine Bergführer informiert. Markus Fleischmann (33) aus München hat gerade Zeit. Er packt Seile, Steigklemmen und Helm ein und zieht los. Vor Augen „Froschs“ Phantombild, das ihm die Familie B. geschickt hat.

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„Ich hab mich abgeseilt, aber da war nichts. Dann bin ich wieder hinauf- und noch einmal hinuntergeklettert.“ Wenn „Frosch“ doch nur um Hilfe quaken könnte … „Zum Schluss hat ihn sich längst ein Vogel geschnappt, und er ist ganz woanders …“, denkt sich der Bergführer.

200 Meter tiefer leuchtet ihm in der Abenddämmerung endlich hellgrüner Pelz entgegen. „Ich hab Frau B. angerufen, sie war ganz außer sich vor Freude“, erzählt Fleischmann. Zwei Tage später kommen Doris und Jürgen B. zu ihm nach München, um „Frosch“ heimzuholen. „Sie haben mir Fotos gezeigt, wo sie schon überall mit dem Frosch waren.“

Billig war die ganze Aktion für die Familie B. nicht: 425 Euro haben sie Markus Fleischmann gezahlt und noch 400 Euro gespendet – vor lauter Freude. Wenn wieder mal jemand sein Kuscheltier vermisst – Profibergführer Fleischmann (www.bergprojekt.de) will gerne wieder helfen!

Andrea Stinglwagner

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