1018.11.09|Bayern|15 KommentareFacebook
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Töging - Der Spielplatz mitten in Töging im Kreis Altötting ist verwaist. Ein massiver Metallzaun führt mitten durch den Sandkasten. Das alles, weil sich die Erwachsenen streiten…
Früher, da trafen sich hier die Kinder aus allen benachbarten Wohnblöcken. Die kleinen buddelten im Sandkasten, die größeren spielten Ball oder Gummi-
Viele Jahre lang dauern die Querelen zwischen den beiden Wohnblöcken mit je acht Parteien jetzt schon, es kam zu unzähligen Gerichtsverfahren. Es ging um die Tiefgarage, um verschiedene Sanierungen – und eben auch um den Spielplatz, berichtet Hausverwalter Romuald Schmidpeter.
„Der Sandkasten ist mittlerweile kein Sandkasten mehr, sondern nur noch ein Dreckhaufen“, sagt er. Grund: Die Parteien konnten sich nicht einigen, wer sich in welcher Form um den Spielplatz kümmert. Die Bewohner des Wohnblocks, den Schmidpeter verwaltet, beschlossen schließlich: Wir wollen den Spielplatz herrichten. Nur: Leider wollten sich die Nachbarn daran nicht beteiligen, berichtet der Verwalter.
So legte man fest, die Sanierung eben alleine durchzuführen. Aber: Nur auf dem eigenen Grundstück – für das Nachbargrundstück wolle man ja nicht mitbezahlen. Und weil die Grundstücksgrenze nun mal mitten durch den Spielplatz führt, fiel den Streithanseln ein: Ein Zaun muss her! Vor zwei Wochen setzte Hausverwalter Schmidpeter den Wunsch der Bewohner um. Und hier steht es nun, das eiserne Ungetüm, und zerschneidet den Spielplatz in zwei Teile. Schmidpeter: „Ich gebe zu, ich wollte auch etwas Freundlicheres. Aber es wird ja bald schön und neu. Am Zaun wird bald Efeu gepflanzt …“
So optimistisch sieht die Gegenseite das nicht. „So ist ja nicht einmal die Bundeswehr abgesichert“, schimpfte deren Hausverwalter Erich Spielmann gegenüber dem Mühldorfer Wochenblatt. Er wusste angeblich gar nichts von dem Zaun. Der sei ein „Witz hoch drei“! Die Hausverwaltung wolle gerichtliche Schritte einleiten.
Dem sieht Hausverwalter Schmidpeter gelassen entgegen. Schließlich habe sogar ein Vertreter des Vermessungsamts geflissentlich geprüft, dass die Grundstücksgrenze genau eingehalten wurde. Ja, man sei ja sogar noch friedlich gewesen und habe den Zaun alleine bezahlt, statt die Hälfte der Kosten zu verlangen. Wahnsinn: Der Zaun kostete 2000 Euro!
Bei all dem Hin und Her der Argumente fragt man sich eines: Warum hat eigentlich niemand die Kinder gefragt, was sie wollen?! Immerhin: Hausverwalter Schmidpeter betont: „Die Nachbarskinder können ja gern auf unsere Seite zum Spielen kommen.“
Andrea Stinglwagner