208.08.08|Bayern|3 Kommentare
Artikel drucken|Artikel empfehlen|Schrift a / A
München - Es ist eines der letzten Rätsel vom mystischen Untersberg: Dort verschwanden angeblich im August 1987 die Münchner Angestellte Monika K. (damals 24) und das Ehepaar Hermann und Maria F. (39 und 28).

© Zillig
Der Untersberg im Berchtesgadener Land: Innen ist er durchlöchert wie Emmentaler. Seit Jahrhunderten soll es hier unerklärliche Ereignisse geben.
Drei Monate lang suchte die Kripo nach den Vermissten – bevor sie sich von Bord eines Frachters aus dem Roten Meer meldeten. „Nach unserer Rückkehr werden wir alles erklären“, versprachen sie damals. Daran gehalten haben sie sich nie. Doch nachdem nun erstmals ein Höhlenforscherteam den Boden des Untersbergs erreicht hat ( tz berichtete ), erzählt nun eine Angehörige der Verschollenen, was 1987 wirklich geschah…
Demnach war das Trio vom Campingplatz in Marktschellenberg über die grüne Grenze ins Salzburger Land gewandert. Von dort aus ging es zu Fuß oder per Autostopp weiter durch Österreich, Jugoslawien, Nordgriechenland, Türkei, durch den Nahen Osten und schließlich bis nach Ägypten. Als dort – in Suez – Monika F. mit ihren Begleitern an Bord des 2600-
In Wirklichkeit waren die Verschwundenen wohl nie am Untersberg. Weshalb sie einfach alles liegen und stehen ließen, dafür gibt es für die Angehörigen nur eine Erklärung: „Aus reinem Freiheitsdrang“, so Claudia, Die Drei liefen immer weiter. Job, Wohnung, soziales Umfeld – alles war ihnen offenbar egal!
In der Türkei bemerkte Monika K., dass sie ihren Pass im Lada des Paares am Campingplatz zurückgelassen hatte. In der Botschaft beantragte sie deshalb einen neuen. Dort fragte man beim Einwohnermeldeamt in München nach. Doch die Beamten übersahen, dass nach ihr und ihren Begleitern gefahndet wurde. So vergingen weitere Wochen der Ungewissheit für ihre Angehörigen: Vater Willi K. aus Coburg aß seit dem vermeintlichen Tod seiner geliebten Tochter kaum noch etwas. Seine Frau Inge löste derweil die Wohnung der Tochter in München-
Mitte November erreichte die Eltern ein Funkferngespräch aus dem Nahen Osten. Vermittelt durch Norddeich-
Monika K. und ihre Freunde Hermann und Maria F. zerstritten sich jedenfalls in der Folge. Monika heiratete ihren Kapitän und lebt in Norddeutschland. Sie hat zwei Kinder, ihr Mann fährt zur See. Schwester Claudia K.: „Sie ist sehr bodenständig, reist nicht mehr so viel und will mit der ganzen Sache von damals nichts mehr zu tun haben.“
Jörg Völkerling
Quelle: tz