131.05.09|Bayern|14 Kommentare
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Prag -

© dpa
Ein Radlader kippt Atom-
Einen Truppenübungsplatz etwa 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt hat man sich in Prag als möglichen Standort ausgeguckt. In Hornó Planá (Oberplan) in der Nähe von Krumau will Tschechien seinen Strahlen-
Die tz sprach über das Lager mit dem CSU-
Herr Weber, Tschechien plant ein Atommüll-
Manfred Weber: Zunächst bin ich enttäuscht, davon über die Medien zu erfahren. Es gehört zu einer guten Nachbarschaft, bei so einem wichtigen Projekt auch die Nachbarn zu informieren. Ich fordere als erstes, dass europäisches Umweltverträglichkeitsrecht angewandt wird. Es kann – allein aufgrund der Grenznähe – nicht sein, dass das eine rein nationale Entscheidung der Tschechischen Republik ist. Die Nachbarn müssen mit am Tisch sitzen und an der Entscheidung beteiligt werden. Ich erwarte von Umweltminister Gabriel, dass er sich mit seinem tschechischen Kollegen in Verbindung setzt, denn die Angelegenheit betrifft beide Staaten.
Geht es Ihnen nur um Formalia oder auch um das Endlager an sich?
Weber: Um beides. Ich will Beteiligung. Und ich will klarstellen, dass es keinen schlechteren Ort für ein Atommüllendlager gibt als das Naturschutzgebiet Bayerischer Wald/Sumava. Auf bayerischer wie auf tschechischer und österreichischer Seite tun wir alles, damit wir diesen Raum als Tourismus-
Kann man einerseits mögliche Endlagerstätten nahe der eigenen Grenzen von Nachbarländern verurteilen und andererseits eigene an den Bundesgrenzen befürworten?
Weber: Wenn man Müll produziert, muss man Müll entsorgen. Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, die besten Standorte zu finden. Für Deutschland ist die Entscheidung auf Gorleben gefallen. Für ein tschechisches Endlager gibt es aber keinen schlechteren Ort als das grüne Dach Europas.
Ist Protest nicht problematisch, wenn man Atomenergie grundsätzlich befürwortet?
Weber: Der ist absolut legitim. Ich bin als CSU-
Ein Anlass, über Atomenergie noch einmal nachzudenken, ist das aber nicht?
Weber: Jede Technologie hat ihre spezifischen Herausforderungen. Für mich ist die zentrale Frage, wie wir mit der Endlagerdiskussion umgehen. Da haben wir eine klare Position für Gorleben. Warum gibt es keine gesamteuropäische Initiative für dieses gesamt-
Interview: Michael Brommer