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Oberarzt gesteht: Mädchen in Büro missbraucht

Oberarzt gesteht: Neun Mädchen in Büro missbraucht

Ein ehemaliger Klinikarzt hat den sexuellen Missbrauch mehrerer Mädchen gestanden. 

Der Oberarzt einer Amberger Klinik hat mehrere Mädchen missbraucht.

© dpa

Der Oberarzt einer Amberger Klinik hat mehrere Mädchen missbraucht.

Unglaublich: Unter dem Vorwand, eine medizinische Studie durchzuführen, schaffte es Oberarzt Joachim S. (49), Eltern davon zu überzeugen, ihre zehn- bis zwölfjährigen Töchter zu ihm ins Amberger Klinikum zu bringen.

Doch während die Eltern brav vor seiner Tür warteten, missbrauchte der Anästhesist die Mädchen! Zu Beginn seines Prozesses gestern vor dem Amberger Landgericht räumte der Mediziner 13 Missbrauchsfälle ein. Über Jahre hinweg, zwischen April 2005 und Juni 2008, soll sich der Oberarzt an den Mädchen vergriffen haben, teilweise in seinem Büro. In den meisten Fällen soll er die Kinder unsittlich angefasst haben.

In zwei Fällen ging der 49-Jährige allerdings auch weiter – diese Taten werden von der Staatsanwaltschaft als schwer eingestuft. Für solche schweren Missbrauchsfälle sieht das Gesetz Gefängnisstrafen von zwei bis 15 Jahren vor. Der Trick, wie sich Joachim S. an die Mädchen ranmachte: Er organisierte in seinem Büro Scheinuntersuchungen für eine angebliche Studie über die Reanimationsfähigkeit von Kindern! Dass er die Mädchen dann missbrauchte, statt sie zu untersuchen, reichte dem Arzt allein nicht: Er filmte seine Taten auch noch.

Deswegen muss er sich auch wegen des Erwerbs und Besitzes von Kinderpornos verantworten. Die Missbrauchsfälle waren im Juni 2008 bekannt geworden, nachdem einige Kinder ihren Eltern davon erzählt hatten. Als die Polizei das Klinikbüro des Mannes durchsuchte, wurde der 49-Jährige zunächst vom Dienst suspendiert. Eine Woche später kündigte das städtische Klinikum dem aus Oberbayern stammenden Facharzt.

Als sich die Vorwürfe konkretisierten, wurde der Arzt im Juli 2008 verhaftet. Zum Schutz der Kinder schloss das Gericht die Öffentlichkeit von nahezu dem gesamten Verfahren aus. Auch die sexuellen Neigungen des Beschuldigten, der sich um das Rettungswesen in Amberg verdient gemacht haben soll, sollten nicht öffentlich ausgebreitet werden, begründete der Amberger Landgerichtspräsident Wolfgang Schmalzbauer den Ausschluss von Journalisten und Zuhörern. Das Urteil am kommenden Montag wird allerdings öffentlich verkündet.

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